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Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913
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n verlegenen Ware gezogen,
um jie loszuldlagen. Auf dem Nüdweg nun lieh
ih) den Fuhrmann in derjelben Schenke füttern.
Der Kutſcher bat mid) um einiges Geld, um jid)
Brot für den Hunger zu Taufen, und Taufte ji
Branntwein für das Geld. Dann fuhren wir in
die dunkle Naht Hinaus; es war fürchterlich
ſchmutzig; id) hoffte aber bis zum Morgen zu
auje zu jein.
Die Folgen des überreihli genojjenen
Branntweins madten ji) beim Yuhrmann Ihon
Re 5
nn nn
Er nr, 00
EIER TERER
bald bemerkbar: jetzt fiel Die Leine herunter,
dann die Beitihe und die Müße. Sch hob ihm
alles geduldig auf und fing ein Gejpräd mit
ihm an, um ihn zu ermuntern, vergebens! End—
lih ließ er alles fallen und lehnte ji ſchlaf—
trunfen in den Sit zurüd. Ich gab ihm Die
Leine in die Hand und fuhr ihn jtreng an, er
jolle jahren. Als das nichts Half, riß ic ihn
bei den Haaren. Darauf zog er mit einem grim-
migen Fluch das Meſſer aus der Taſche, um mir
den Hals abzujhneiden. Entjeßt ſprang id aus
dem Wagen; er ſetzte mir nad. Wo Halte er
nur plößlic) feine Kraft wieder her? Wir raten
einige Male um das Yuhrwerf. Dann ließ er
von mir ab, Hetterte mit Mühe in den Magen
zurüd und war in der nächſten Sekunde feit ein-
geſchlafen.
Ich aber ſtand kotbeſpritzt am hintern Wagen—
rad und blickte ratlos mit tränenfeuchten Augen
nach oben, wo durch zerriſſene Wolken von Zeit
zu Zeit der ſchmale Silberſtreifen des zunehmen—
den Mondes herniederlugte. Ich empfand eine
unausſprechliche Sehnſucht nach meinem jüngſt
verſtorbenen Vater und wünſchte, er möchte mir
wieder einmal nur, wie er's früher ſo oft getan,
die Worte zurufen: „Min Jung!“ — Was
jollte ih nun anfangen? Stodfinjtere Nacht, faft
geundlofer Schmuß, der Weg — jogar die Rich—
tung, wohin zu fahren, war mir unbeflannt, und
mein Kutſcher lag total betrunfen im Wagen.
Wahrlich genug Gelegenheit für einen jechzehn-
jährigen Knaben, jelbitändig zu werden.
BER DM
IEIEIEIEICIEIEICLEICEICIEICIEIEIOTE
Ich entfernte nun mit dem Peitſchenſtiel ſo—
viel wie möglih den Kot aus den völlig ver-
\hmierten Wagentädern, nahm Leine und Peitſche
und jeßte die müden Säule in Bewegung, es
ihnen jelbjt überlajjend, Richtung und Ziel zu
wählen.
Am anderen Tage gegen Mittag Tamen wir
erit zu Hauje an, und ih befam einen tüchtigen
Nüffel, daß die Pferde jo auf „den Hund‘ ge-
fahren wären; obzwar ich verjidherte, dak wir
nur im Schritt gefahren und oft gefüttert hätten.
Da jtieg mir das Blut jiedend heiß in den
Kopf und erflärte meinem PBrinzipal, ic werde
nun nit mehr hauſieren fahren, denn ich. hätte
mid bei ihm nicht als Bündeljuden vermietet,
worüber dann der. Herr jehr aufgebradt war
und jih wunderte, wie mein frommer, jeliger
Vater zu jo einem troßigen und ungehorjamen
Sohn gelommen ſei! Übrigens möge ih ja
gehen, wenn aud heute ſchon; er werde mid)
niht halten ....
Dann war das Dichten über mich gelommen ;
es hatte mir viel Genugtuung gewährt. Ein
Gedicht ums andere war
Source excerpts
[Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913. Сборник личных воспоминаний и этических размышлений меннонита П. Хардера о жизни в меннонитской общине Давлефаново (Уфимская губерния), включая педагогический опыт и вопросы вероуч] IIND: Me nn. Mennonite Historical Libraru Presented By Edwin Weaver Estate N Mennonite Historicat Library. Goshen College - Goshen, Indiana user Alfa; : N der en ® Rofe Blдtter. Gepflьckt auf mennonitifchem Boden von P. Harder. Dawlefanowo, Gouv. Ufa. Verlag der Buchhandlung A. P. Frieen. 833.719- IIFL Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck ohne Erlaubnis des Verlegers verboten. RIND Onhaltsverzeichnis. Bormort: Des, Berfallers a. en nn 5 Ein Abchnitt aus meinem Lehrerleben ............. 7 S 53 REN AUS 65 IUNIEEIDGSE DENE ee we et 97 DANS SIDE N e…