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Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913
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Gott und ieh jelbjt zu!“
ſagt jehr richtig ein rujliihes Spridwort. Gieh
mal unjere Nahbarn im Dorf! „Schwielen in
den Händen, madt die Armut wenden!“ — „'n
Schlag — 'n Kopik!“
Der Müller betrachtete lächelnd jeine weichen
Hände. „Je nun,“ jagte er dann, „mit Fleiß
und Achtſamkeit iſt's auch noch nicht immer getan;
man muß aud) Kredit haben. Geit id) 3. B. an-
fing, mit fremdem Geld zu arbeiten, ging’s bei
mir bergan! Ich dente, wir Mennoniten werden’s
noch mal einjehen lernen, wieviel Kapital in
unjerem Kredit tot liegt. Jeder Bauer des
Dorfes hätte auf jeine Wirtſchaft jährli einige
Hunderter Iojes Geld zur Nutznießung, aber“ ...
Das Tam denn nun dem Grobjhmied fait
MEERE
— THETERHE THERT
wie ein DVerbreden ‚vor. „Nein!“ rief er aus
und \hüttelte fih ordentlich, ‚bin noch im Leben
feinem Menſchen etwas jchuldig geworden! Ich
fönnte ihm nit mehr ins Angejiht jehen, ohne
rot zu werden! Fremdes Geld fürdt’ id) wie
das Teuer, und will für meinen Teil nichts damit
zu tun haben!“
Der Müller aber ſchmunzelte und jagte: „So!
du bilt nihts Shuldig? Dein halbes Vermögen
bilt ſchuldig, Nachbar!“
„Mein halbes Vermögen?‘ rief Heide entjegt
und |prang auf von jeinem Gib, als hätte ihn
eine Natter geſtochen, „ih? ... wie? .... wo?
_ Haben die Lümmels wirfli das Land verjeht?
. ohne mid) zu fragen?‘
„Natürli du, wer ſonſt?“ verlegte der
Müller ruhig, „das Mütterliche deiner Kinder!“
und lachte laut, wohl bejtimmt erwartend, da
der Erjchredte nun, nachdem der Scherz ſich auf—
geflärt Hatte, Iujtig einjtimmen werde. Aber weit
gefehlt! Der Grobſchmied ſchwieg betroffen, nur
jeine buſchigen Augenbrauen zogen jid) immer
finiterer zujammen. ‚Das Mütterliche“ ... mur-
melte er vor jih Hin. Es wurde über Diejen
Gegenjtand nichts weiter gejproden.
Am nächſten Tag Zurjierte ein Schulzenzettel
im Dorfe folgenden Inhalts: „Jakob Heide
bier wünſcht zu jeder Zeit jein SKleinwirtsland
ohne Hof zu verlaufen!“
Salob Heide war ein eigener Mann; er
modte feinem etwas jchuldig jein, jelbit feinen
Kindern nicht; vielleiht auch dieſen am aller-
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wenigiten, denn darunter könnte jeine Autorität
leiden. Das jagte er zwar nicht, aber darin lag
zweifellos der Schlüjjel zu jeinem entjchlojjenen
Borgehen.
Als er nun jein Land verfauft und jein halbes
Vermögen, den Kinderteil, an den Waijenältejten
abgegeben Hatte, rief er jeinen einzigen Sohn,
den Jakob, der im Yrühjahr die Dorfſchule ver-
lajjen hatte, herbei und fragte ihn furz und gut,
ob er ein Scullehrer werden wolle.
Das Jungele dachte wohl an den gewichtigen
Zuldlaghammer in jeines Vaters Schmiede, und
von jeinem Schmiedelehrjungenjtandpunft aus be-
tradtet, jagte ihm das Schulmeijtern mehr zu
als das Schmieden, und er jagte mit beflomme-
nem Herzen, ja, er wolle. Hätte der Vater den.
Lehrer um feinen Sohn befragt, der hätte freilich
den Kopf gejhüttelt, zum Lehrerwerden nicht ge=
raten, aber vorgeſch
Source excerpts
[Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913. Сборник личных воспоминаний и этических размышлений меннонита П. Хардера о жизни в меннонитской общине Давлефаново (Уфимская губерния), включая педагогический опыт и вопросы вероуч] IIND: Me nn. Mennonite Historical Libraru Presented By Edwin Weaver Estate N Mennonite Historicat Library. Goshen College - Goshen, Indiana user Alfa; : N der en ® Rofe Blдtter. Gepflьckt auf mennonitifchem Boden von P. Harder. Dawlefanowo, Gouv. Ufa. Verlag der Buchhandlung A. P. Frieen. 833.719- IIFL Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck ohne Erlaubnis des Verlegers verboten. RIND Onhaltsverzeichnis. Bormort: Des, Berfallers a. en nn 5 Ein Abchnitt aus meinem Lehrerleben ............. 7 S 53 REN AUS 65 IUNIEEIDGSE DENE ee we et 97 DANS SIDE N e…