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Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913
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n, ob er eingeſchlafen,
er mödte dod „'n bäten plößli jchodder“
halten, jonjt werde er ihm noch mit dem „Stäaker
hott“ beifommen.
Der Junge aber weilt entjegt mit dem
BVeitijchenitiel auf den naheliegenden Grenzhügel.
Dort lag etwas; — ein Menid. Wer es
war, Tonnten beide der Dämmerung wegen nidt
unterſcheiden — bis der Knecht ein Zündhölzchen
anjtreiht und ji) über ihn beugt. In Der
nächſten Sefunde aber prallt er entjeßt zurüd ...
Meilter Heide hält einen Augenblid inne, um
etwas zu verſchnaufen.
An der offenen Schmiedetür ziehen Die
Pflüger in Zügen vorbei und niden ihm einen
freundliden Gruß au.
Da kommt ein einzelner Mann die Straße
herauf. Er jcheint Eile zu haben und trägt
etwas. Nun kommt er näher; jeine Bruit feucht
unter der ſchweren Laſt.
„Meilter, erihredt nicht!“ ruft er dieſem zu,
„ih habe euren Jakob am Wege aufgelejen; er
ilt wohl tot, aber erjchredt aud) nicht, um Gottes
willen!“ So ſprach der biedere Knecht und legte
die kleine lebloje Gejtalt in jeinen Armen be-
hutſam auf die Schmiedebanf nieder.
Anfänglid) Hat der Alte vor Schred ſprachlos
dageſtanden, dann hat’s ihn gepadt wie Todes—
grauen und hat jeinen Einzigen an ji N
Harder, Loje Blätter.
al
— TEKERETET
und jo laut gejhrien, dab es hätte Steine er-
barmen müſſen. |
Und die Nachbarn jind zujammengelaufen zu
Rat und Troit, haben aber bei dem erjchütternden
Anblid nit raten und nicht tröjten können.
MD
II.
. und fein Niedergang.
gi war der Kleine Jakob nun zwar nidt,
wie der Knecht meinte, aber dem Tode jehr
nahe. Meiltens lag er jtill da mit gejchlojjenen
Augen und bleihen Wangen wie eine kleine
Leiche. Bisweilen aber jtieg ihm das heiße Blut
in den Kopf, und der Atem ging jo jchnell, daß
der Herzihlag ihm kaum folgen konnte. Dann
fing er an zu phantajieren: bald bat er flehent-
ih, man jolle ihn doch nicht neden, er werde
auch Chalwa jpendieren; bald ſchrie er angjtvoll
Sur oder ſprach von jeiner neuen verdorbenen
oe.
Der Vater wich niht vom Kranfenlager feines
Sohnes in der erjten Zeit, weder bei Tag nod)
bei Naht. Stundenlang ſaß er unbeweglid da,
das Auge auf die jchmerzerfüllten Züge eines
kranken Kindes gerichtet.
Seine Gedanken rüdten ihm wieder und
wieder mit unmiderltehlider Gewalt die. Ver-
HE
m
5098905898529898563258569898985658
gangenheit vor das Geiltesauge. Ta, ſie war
ihm viel ſchuldig geblieben; jedoch hatte er bisher
immer wieder den Mantel des großmütigen Ver—
gejjens darüber gebreitet. Fett aber ſtaute ſich
in jeinem Innern ein ganzer Haufen von Schuld—
forderungen an. Bor allem fonnte er’s nicht
fajjen, warum der Sohn ſo ganz nad) der weid)-
herzigen veritorbenen Mutter, die um zehn Jahre
ältere Tochter Hingegen nad) ihm, dem Water,
geartet ſei. Müßte nicht eher der zukünftige
Mann das Herz auf dem rechten led haben?
Wie jollte der Jakob Ddereinit allein den Meg
finden, den richtigen Weg durchs Leben? ...
Mie war aud) jein Eheleben an der Geite der
Source excerpts
[Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913. Сборник личных воспоминаний и этических размышлений меннонита П. Хардера о жизни в меннонитской общине Давлефаново (Уфимская губерния), включая педагогический опыт и вопросы вероуч] IIND: Me nn. Mennonite Historical Libraru Presented By Edwin Weaver Estate N Mennonite Historicat Library. Goshen College - Goshen, Indiana user Alfa; : N der en ® Rofe Blдtter. Gepflьckt auf mennonitifchem Boden von P. Harder. Dawlefanowo, Gouv. Ufa. Verlag der Buchhandlung A. P. Frieen. 833.719- IIFL Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck ohne Erlaubnis des Verlegers verboten. RIND Onhaltsverzeichnis. Bormort: Des, Berfallers a. en nn 5 Ein Abchnitt aus meinem Lehrerleben ............. 7 S 53 REN AUS 65 IUNIEEIDGSE DENE ee we et 97 DANS SIDE N e…