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Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913
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’
auf den Friedhof. Dort unter jeinem grünen
Rajen ruht Treuherz und harrt der Auferitehung
— des Aufgangs ohne Niedergang.
Um jein Grab findeit du ausnahmsweije feine
Sonnenblumenjamenjdlauben, denn die Dorf-
jugend ſcheut den Ort, weil ihr die traurige
Geidichte des Jakob und jein früher Tod zu
Herzen gegangen ilt.
Jümm, mas dein ift.
ES)
Harder, Loſe Blätter.
Kara
—
Mr — — —— ———
er alte Michel Knelſen war ein ab—
ſonderlicher Mann und hatte auch einen
abſonderlichen Knecht, namens Franz
Funke. Wenn der Wirt abends ſagte:
„Franz, morgen kannſt ’n bäten länger
\hlapen, dat Rauhen mött ud ſen'n,“ dann jagte
der Knecht nicht ja, nicht nein, Jondern legte ji)
zur Nacht auf die harte Diele, um nicht zu feit
zu Idhlafen; und des anderen Tages um 3 Uhr
früh war er bejtimmt mit den Arbeitern im Feld.
Der alte Kneljen tat nun, als ob er bis in
den hellen Tag hinein jchliefe, jtand aber Hinter
den Gardinen in der großen Stube, lugte heim—
ih zum Fenſter hinaus auf den Hof und rieb
ih vergnügt die Hände. Einmal war er aud)
hinausgegangen, um zu fehen, wie die Leute
die Pferde vor den Pflug |pannten. Da hat der
Knecht jeinen Wirt mit frojtiger Stimme gefragt,
wieviel die Uhr ſei, und darauf den Knechten
anbefohlen, die Pferde zurüd in den Stall zu
führen und ſich ſchlafen zu legen, er habe ſich
in der Zeit verjehen; jeine Uhr zeige wahrſchein—
lich nicht richtig.
„In dem Jung' ſteckt was drin!“ ſagte der
Alte zu den Nachbarn, wenn ſie ſich darüber
7*
PRRRRRRRERRRITITEREIIR
Denken, daß er jih von einem Knecht —
gefallen laſſe während er ſonſt im Verkehr mit
anderen Leuten einen faſt unbeugſamen Charakter
eige.
Knelſens Leibſpruch war: „Wer ſick mit de
Prachari nich weit, is nich wert, dat hei ſe hawt.“
„Aus dem Jung' kann noch mal was werden,
der hat Mark im Rückgrat,“ entſchuldigte er alle
Grobheiten ſeines Knechtes, zum Arger ſeiner
einzigen Tochter Grete, die den Burſchen, wie’s
Ihien, nun einmal nicht modte und ihn. bis-
weilen recht ſchnippiſch abfertigte.
Franz blidte fie dann wohl mit jeinen braunen,
träumeriſchen Augen eine Sekunde lang an, jagte
aber in der Regel nichts, jondern ſuchte ihr mög⸗
lichſt auszuweichen.
Still und in ſich gekehrt verrichtete Franz
an den Werktagen ſeine Arbeit. Hei, wie die
ihm von Händen ging! Kein Burſche im Dorf
konnte ſich mit ihm im „Staden“ mejjen; feiner
tritt verwegener als Kneljens Franz. - Keiner im
Dorf aber hatte auch jo wohlgepflegte und ein-
gejahrene Pferde als Michel Knelſen. Und wenn
der Gouverneur oder ein anderer hoher Be—
amte durchreilte, mußte ihn jedesmal Yranz mit
jeinen drei Rappen fahren; nie hat er eines
zujhanden gejagt, und die VBorreitergendarmen
fonnten ſich nicht halten, bogen aus oder jtürzten
ab und Fluchten weidlich über den verrüdten
„Njemmetz“. Der Gouverneur hat auf die Uhr
geſchaut, ihn aud einen verrückten „Njemmetz“
genannt, aber dabei jchredlich gelacht un
Source excerpts
[Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913. Сборник личных воспоминаний и этических размышлений меннонита П. Хардера о жизни в меннонитской общине Давлефаново (Уфимская губерния), включая педагогический опыт и вопросы вероуч] IIND: Me nn. Mennonite Historical Libraru Presented By Edwin Weaver Estate N Mennonite Historicat Library. Goshen College - Goshen, Indiana user Alfa; : N der en ® Rofe Blдtter. Gepflьckt auf mennonitifchem Boden von P. Harder. Dawlefanowo, Gouv. Ufa. Verlag der Buchhandlung A. P. Frieen. 833.719- IIFL Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck ohne Erlaubnis des Verlegers verboten. RIND Onhaltsverzeichnis. Bormort: Des, Berfallers a. en nn 5 Ein Abchnitt aus meinem Lehrerleben ............. 7 S 53 REN AUS 65 IUNIEEIDGSE DENE ee we et 97 DANS SIDE N e…