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Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913
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Loſung von heute: In deiner jugendlichen
Bolllraft, den Kopf gerade, das Auge offen!
Nimm, was dein ilt, und gehe hin! Wer Jid
mit de Pracharie nich weit, is nid) wert, dat hei
KO HamElu.n
Sa, das war nun bald ein anderes im Hauje
des Michel Knelſen. Der Franz nämlid hat es
allen angetan, nicht der mürriſche, verſchloſſene
und wunderlide Yranz von früher, Jondern der
offene, heitere Strebemann.
Die lebenslujtige Grete geitand’s ganz offen—
herzig ihren Gefreundinnen, daß ie es eigentlich
bisher gar nicht bemerft habe, wie jeelengut der
Stanz im Grunde genommen doch jei, und aud)
nicht, wie er jo ſchöne Augen habe.
Die Tagesarbeit ging nun nod) bejjer von
Händen als früher, und nad) derjelben begann
das Vergnügen. Was jtanden da auf Yranzens
Regal niht Ihon für Bücher, eines padender zu
lejen als das andere — von Ländern und Völ—
fern aus alten und noch älteren Zeiten. Yranz
wurde nicht müde zu lejen und zu lernen.
Che er aber abends in die Privatitunden
zum Ortslehrer ging —der ihn in allerlei Wiljen-
\haften, in Rechnen und Schreiben unterwies —,
legte jih die Grete zu ihm an den Tiſch und
überhörte jeine Sad)’. Die Grete aber war ehr
itreng und duldete nicht, daß er etwas überjpringe
oder Itotterig jage, und hat mit der Zeit auch
jelbjit viel davon profitiert. Nach der Stunde
ra MORE I
—
ſaßen ſie mit dem Hausvater zuſammen — die
Mutter war ſchon ſeit Jahren tot — um ein
gutes Bud, das von den Freuden und Leiden
unter Menſchen ſchöne Geſchichten erzählte, bis
die Uhr 10 ſchlug und der Abendjegen den Tag
beſchloß.
So flog die Zeit dahin. Die Grete hat den
Franz auch ferner nie mehr ſchnippiſch behandelt,
ſondern hat ſich die Augen rot geweint, als er
im folgenden Frühjahr zum Kronsforſtdienſt ein—
gezogen wurde.
Vier Jahre lang als Soldat im fernen, ein—
ſamen Forſtdienſt zuzubringen, kommt jungen
Leuten ſchrecklich vor, beſonders wenn ſie daheim
eine wiſſen, die ſie von Herzen lieb haben, die
die Stunden bis zum Wiederſehen zählt, und die
mehr Anziehungskraft beſitzt als der Wald und
das Vaterland zuſammen.
Der Franz aber hat der Grete zum Abſchied
warm die Hand gedrückt und geſagt: „Behüt
dich Gott! Auf Wiederſehn, und wein’ auch
nit, Gretchen!“ Dann it er vom Hof ge=
Iprengt, hat jih aud nicht einmal umgejehen.
Zum Chriftfeft ift er wieder gefommen auf
Urlaub und hat ein Silberbänddhen am grünen
Halstragen getragen, das Abzeihen des Ge-
freiten. In den Urlaubswodhen haben ſie's ge=
trieben wie vor dem Dienjt; nur hat’s dem Alten,
und bejonders der Grete, gar nit redht ge=
fallen wollen, daß der Galt auch jett ſich jo
ganz als Knecht geberdete, und haben ihn oft
AMD iz
—
aus Stall und Hof a ie zum ill
Geplauder.
-- Übers Jahr ilt er wieder um biefelbe Seit
auf Urlaub gelommen, derſelbe Franz Funke,
nur hat er jetzt zwei Silberbändchen am Hals—
kragen getragen, das Abzeichen des älteſten Ge—
freiten — was ſoviel bedeutet als der Unter—
offizier in der
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[Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913. Сборник личных воспоминаний и этических размышлений меннонита П. Хардера о жизни в меннонитской общине Давлефаново (Уфимская губерния), включая педагогический опыт и вопросы вероуч] IIND: Me nn. Mennonite Historical Libraru Presented By Edwin Weaver Estate N Mennonite Historicat Library. Goshen College - Goshen, Indiana user Alfa; : N der en ® Rofe Blдtter. Gepflьckt auf mennonitifchem Boden von P. Harder. Dawlefanowo, Gouv. Ufa. Verlag der Buchhandlung A. P. Frieen. 833.719- IIFL Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck ohne Erlaubnis des Verlegers verboten. RIND Onhaltsverzeichnis. Bormort: Des, Berfallers a. en nn 5 Ein Abchnitt aus meinem Lehrerleben ............. 7 S 53 REN AUS 65 IUNIEEIDGSE DENE ee we et 97 DANS SIDE N e…