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Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913
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einen Jungen geſchenkt. Der Steine war
das gerade Gegenjtüd von jeinem jtillen Vater,
denn er ſchrie viel, jchrie bei Tag und Nacht
mit fräftiger Stimme. Dod das jtörte den Vater
durhaus nicht.
„Hawt hei Loſt dartau, dann lat em belfen!“
beruhigte er jeine befümmerte Gattin.
„Hans Klaas! du!... wedte ihn Trine ein-
mal gegen Morgen, ihn dabei tüchtig mit dem
Ellenbogen in die Geite jtoßend, ‚du, Hans
Klaas, ſchämſt di gor nid? Schnarkt os 'n
Rind un lat mi de ganze Naht dörch wögen!
Sag mal, Hans Klaas, is dat Kind nid) jo gaut
dint os mint?“ |
„zat mine Hälft man ſchrien, Trine!“ ver-
legte Hans Klaas jhhlaftrunfen, kehrte jih zur
Wand und jägte ruhig weiter. —
Sahre Ihwanden. Der Birnbaum hinterm
Hüttlein it vertrodnet, das Bänflein darunter
ver hwunden, nur ein Zub jtedt noch halb aus
der Erde hervor. Bald Holt Yrau Trine, jetzt
Ihon ſtark alternd, aud) diejen letzten Reit von
der Bank, um jich ihren bejcheidenen Kaffee zu
kochen.
Hans Klaas iſt nicht mehr; er fehlt auch
keinem.
Ohne Geld.
or vielen, vielen Jahren — es ilt
übrigens ſchon jo lange her, daß ihr’s
7) aud nicht glauben braudt, falls ihr
feine Luſt dazu verjpürt —, aljo, vor
vielen, vielen Jahren jaken in einer
Dorfihente fünf Bierlumpane um den Stamm
tie herum und ſchnackten über diejes und jenes,
was ihnen eben die jchledhten Zeiten oder das
\hledhte Bier auf die Zunge legte.
Obenan ſaß der Kleinwirt Gernegroß. Er
war eigentlih von Rechts wegen nur nod ein
halber Kleinwirt, denn er bejaß nur ein halbes
Kleinwirtsland — zwölf Morgen und eine halbe,
mit einem baufälligen Hüttlein darauf, durch
deſſen ſchmutzige Fenſterſcheiben faſt täglidy Die
Armut von innen heraus und die Gläubiger
von außen hinein Kuckuck ſpielten.
Vor fünf Jahren freilich war's anders ge—
weſen. Da hatte ſein Schwiegervater das Zeit—
liche geſegnet und ihm eine Vollwirtſchaft hinter—
laſſen, wie man zu jagen pflegt, ‚jo os’t ritt
onn fahrt“, dazu ein gut Stüd an Barem.
Gernegroß hat aud vor lauter Freude jeinem
Schwiegervater, der ihn jtets etwas knapp ge—
halten, auf dejjen Begräbnis feine Träne nad)-
geweint, wenigitens Teine aufrichtige.
En
— ————
Bald darauf ſind die vielen Freunde ge-
fommen, wie weiland zu dem jüngjten Sohn in
dem Gleichnis, das der Herr Jeſus erzählte. Die
mit den blanken Knöpfen und den goldenen oder
ſilbernen Achſelplättchen beherrſchten ihn völlig
ganz. Die Karten kamen, mit ihnen die Kanne.
Karte und Kanne aber — jagt das Sprichwort
— macht manden zum armen Manne.
Es ging hoch her bei Gernegroßens. Kaum,
daß er jeine ſchlichten Bauernnahbarn noch
grüßte wegen der vornehmen Hausfreundſchaft
aus der Stadt. Es ſchmeichelte ihm über Die
Maßen, wenn jo ein vornehmer Herr ihm die
Hand jchüttelte und ihn jtündierlid) mit Gerne-
großewitſch titulierte. Nach) zwei Fahren oder
drei hatte jih die Vollwirtihaft in eine Halb—
wirtihaft verwandelt; in zwei weiteren Jahren
hatte ji) dieje wieder
Source excerpts
[Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913. Сборник личных воспоминаний и этических размышлений меннонита П. Хардера о жизни в меннонитской общине Давлефаново (Уфимская губерния), включая педагогический опыт и вопросы вероуч] IIND: Me nn. Mennonite Historical Libraru Presented By Edwin Weaver Estate N Mennonite Historicat Library. Goshen College - Goshen, Indiana user Alfa; : N der en ® Rofe Blдtter. Gepflьckt auf mennonitifchem Boden von P. Harder. Dawlefanowo, Gouv. Ufa. Verlag der Buchhandlung A. P. Frieen. 833.719- IIFL Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck ohne Erlaubnis des Verlegers verboten. RIND Onhaltsverzeichnis. Bormort: Des, Berfallers a. en nn 5 Ein Abchnitt aus meinem Lehrerleben ............. 7 S 53 REN AUS 65 IUNIEEIDGSE DENE ee we et 97 DANS SIDE N e…