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Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913
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r
erhielt die Mutter für die Antwort: Weil wir
einander lieb haben.
Der Ülteite Hat jeit der Begegnung mit dem
Betrunfenen noch Taum ein Wort fallen lajjen.
Er ſitzt, wie gewöhnlid, ſchweigſam, in ji) ge=
fehrt da, nur jeine prüfenden Augen zeigen, daB
er empfindet, mitempfindet, und über die blaſſen
Wangen huſcht es bisweilen Taum bemerfbar, wie
von innerer Unruhe.
Nahdem die Tafel aufgehoben, geht Der
Bater in jein Zimmer, um ſich ein halb’ Stünd-
hen aufs Ohr zu legen. Der Sohn folgt ihm
ſchüchtern nad.
*) Schmollen.
N —
EREIERETREAETREARTRTREIRTTEHER
„Was wünjht du, mein Junge?‘ fragt ihn
der Bater.
Er aber antwortet ihm mit leuchtendem Auf-
blid: „Jetzt weiß idy’s, Papa! Es gibt eine
wahre Liebe, die das Ihre nit ſucht und alles
trägt ... der Gelbitmörder, der harte Jugend—
freund, der Trunfenbold am Weg! Du, gerade
du Tiebit, Papa!“
Bit du nun endlih ſtill, Schlingel!“ Fährt
der Vater von feinem Lager auf und Ichließt dem
jugendlihen Yobredner mit einem langen, innigen
Kuß den Mund.
Tan“
Vom Glück.
CC
|
Ä
WIMDANDZ
n N. lebte vor etlihen dreißig Jahren
ein ehrjamer Sclojjermeilter namens
Donner. In feiner geräumigen Werf-
ſtatt blißte und Ddonnerte es auch un—
aufhörli von früh bis |pät. Drinnen
aber in den Räumen des zierlichen Wohnhäusleins
Ihaltete Chriltine, jein Weib — eine wadere
Shwabin — und jang und jpann jederzeit,
ſpann Sonnenſchein für ihr junges Eheleben —
ein feines Geſpinſt.
Weil Meilter Donner ungemein pünktlich und
dazu peinlich gewiljenhaft war, wollte man ihn
unter- und überfahren mit Aufträgen. Hätte er
noch drei Baar Hände gehabt, wäre noch immer
- für alle vollauf zu tun gewejen.
Da ging's ihm, wie's vielen Glüdlihen oft
ergeht: je mehr das Glüd ſie heimjucdht, deſto
öfter Frauen ſie jich Hinter den Ohren, ob jie’s
auch rihtig beim Schopfe gepadt, und ob ſich's
nit losreißen und ihnen wiederum den Rüden
fehren werde. Lange hat er hin und her ge—
dacht; galt’s doch, nit nur die Kundſchaft au
halten, jondern auch zu befriedigen! Plötzlich
hat er’s gefunden; ſchnurſtracks läuft er in die
Kühe zu Chriltine, im Lederſchurz mit aufge
LI
PRRRERRRRIENIENITOIEIEIEN
tülpten Hemdsärmeln und jtreiht ihr vor Luſt
mit feinen rubigen, harten Händen mehrere Mal
über die runden, roten Baden.
„Ehriltel,“ jagt er erregt, „Chriſtel, ih
\hreib’s dem Johann, dem Joſeph und Dem
Heiner und hi’ ihne das Draufgeld raus!“
„Screib’ nur, Karl, in Gotts Name,‘ riet
Chriitel, „das Brot hen v hier bejjer als drüben,
und luitiger iſcht's halt dahier au als in die
rußige Fabrikſtadt!“ —
Als nun die drei Freunde in Deutſchland
den Brief vom Karl erhielten, haben jie anfäng-
li gelaht und gewißelt über den Meilter Karl;
dann aber hat’s angefangen in ihrem Gehirn
zu jpufen, und der Brief hat ihnen endlich
vollends die Köpfe verdreht, doch immer Jo,
daß ihre Najenjpigen gen Djten gerichtet wurden.
Sie beiälojjen, nad) Rußland zu ge
Source excerpts
[Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913. Сборник личных воспоминаний и этических размышлений меннонита П. Хардера о жизни в меннонитской общине Давлефаново (Уфимская губерния), включая педагогический опыт и вопросы вероуч] IIND: Me nn. Mennonite Historical Libraru Presented By Edwin Weaver Estate N Mennonite Historicat Library. Goshen College - Goshen, Indiana user Alfa; : N der en ® Rofe Blдtter. Gepflьckt auf mennonitifchem Boden von P. Harder. Dawlefanowo, Gouv. Ufa. Verlag der Buchhandlung A. P. Frieen. 833.719- IIFL Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck ohne Erlaubnis des Verlegers verboten. RIND Onhaltsverzeichnis. Bormort: Des, Berfallers a. en nn 5 Ein Abchnitt aus meinem Lehrerleben ............. 7 S 53 REN AUS 65 IUNIEEIDGSE DENE ee we et 97 DANS SIDE N e…