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Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913
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n, und Diejer war
20 Werſt von J. entfernt; und das Opfer wäre
zu groß gewejen für die Schule.
Sa, und ih habe jeither oftmals entdeden
müjjen, daß die größte Untugend der Armut
—
nicht Die ilt, daß Jie den Leuten den Schmalhans
tatt Schmalzhanjen zum Küchenmeiſter beitellt,
ſondern daß ſie diejelben gleihgültig, für alles
Gute unempfindlich und endlich träge und willen-
los madt. Alſo aud die Kinder armer Leute
werden meiltens zu Haus weder zur Neinlichleit
noch zu Fleiß und Pünktlichkeit angehalten; oft
fehlt ihnen nur das gute Vorbild, ji) in Dielen
Tugenden zu üben. Kommt ein Armmanns—
find gelittet und in reinlihem Kleidchen in Die
Schule und jagt dem Lehrer Ted jeine Leftion
her, einen Tag wie den anderen, jo welt’ id
hundert gegen eins, daß jeine Eltern nur durd)
Unglüd verarmt find oder durch Mißgeſchick nicht
vorwärts Tommen können. Gie fragen aud
nimmer eine jo gräßliche, bitterwehgallige Miene
zur Schau und jtreden ihre Hand, jolange ie
noch ſchaffen fann, nit nad) milden Gaben aus.
Menn du mir nun, lieber Lejer, einen Bor-
wurf Daraus maden willit, daß ich jo Hart über
die Armen herfahre, jo erfläre ih dir, daß du
fein gutes Recht dazu halt: erjtens zähle id) jelbit
zu denen, die Tein Geld und Gut bejiten, weil
ic) nicht mehr und nicht weniger als 37 Rubel
und 30 Kopeken geerbt habe und als Sdul-
meijter feines zurüdlegen fonnte — und zweitens
darf ein alter Erzieher wohl mitteilen aus dem
großen Sad jeiner Beobachtungen, Erlebniſſe und
Erfahrungen zu allgemeinem Nuß und Yrommen.
Am Ende prüft jich einer oder der andere, wenn
er dieſes Kapitel gelejen, und findet bei ji)
Trägheit und fein ernitlihes Wollen, vorwärts
— ET de
—
zu kommen, und er macht ſich darauf ſchleunigſt
auf die Beine — mit ihm aber auch der unge—
betene Küchenmeiſter —, dann ſollt's mich auf
dem Sterbebett nicht einmal gereuen, daß ich
ſo hart geſchrieben habe. —
Wenn mir ſchon mein Schulhaus mißfiel, ſo
war das nicht ſo ſchlimm; jedenfalls konnte ich
mich noch darüber wegſetzen. In meinem Innern
ſah's zurzeit aus einem anderen Grunde trübe,
trübe aus. Je näher der Tag meiner Thron—
beſteigung rückte, deſto mehr verlor ich angeſichts
der bevorſtehenden Schularbeit jede Faſſung.
Hatte id) mid) doch ſchon ſoweit mit der Gemeinde
eingelajjen und wußte nit und Tonnte es mit
auch gar nicht erklären, was ic) eigentlich in der
Schule zu tun hätte, wie is nur anzugreifen
hätte! Dazu fam mir nod) das liebloje Gerede
der über meinen jtummen Einzug empörten Nach—
barn zu Ohren. ... Wenn ich mein Wort nicht
verpfändet, wenn id) Reijegeld gehabt hätte, und
wenn die nächſte Bahnitation nicht an die Hundert
Werſt von unjerem Dorf gelegen wäre, ſo — —.
Der erite Schultag brad an. Ich holte
meinen ganzen Bücherſchatz hervor, Darunter
Phyſik, Geometrie, Weltgeſchichte, Nechenbücher
und weiß id), was alles ſonſt noch. Dann ſtand
ih wieder am Fenſter und ſchaute lange un-
\hlüjjig hinaus. Plötzlich berü
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[Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913. Сборник личных воспоминаний и этических размышлений меннонита П. Хардера о жизни в меннонитской общине Давлефаново (Уфимская губерния), включая педагогический опыт и вопросы вероуч] IIND: Me nn. Mennonite Historical Libraru Presented By Edwin Weaver Estate N Mennonite Historicat Library. Goshen College - Goshen, Indiana user Alfa; : N der en ® Rofe Blдtter. Gepflьckt auf mennonitifchem Boden von P. Harder. Dawlefanowo, Gouv. Ufa. Verlag der Buchhandlung A. P. Frieen. 833.719- IIFL Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck ohne Erlaubnis des Verlegers verboten. RIND Onhaltsverzeichnis. Bormort: Des, Berfallers a. en nn 5 Ein Abchnitt aus meinem Lehrerleben ............. 7 S 53 REN AUS 65 IUNIEEIDGSE DENE ee we et 97 DANS SIDE N e…