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Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913
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ine
jaubere Arbeit und um jene Zeit ganz bejonders
begehrte Ware. Die Bejtellungen Tamen und
mehrten jih. Das Geihäft ging gut.
Bald fehlten Urbeitshände. Da madten jie’s
\hlauer als der Karl. Anjtatt teure Gefellen
gar aus dem Ausland zu verjhreiben, dangen
lie fixe gelehrige Ruſſenknaben, die ihnen fait
umjonjt die Roharbeit verrichteten, und die ji)
unter ihren Augen mit der Zeit zu tücdjtigen
Mitarbeitern ausbildeten.
Eines aber jhien ihnen vom Karl Hug ge-
DR TED una
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handelt, nämlich daß er ji ein Weib genommen
und einen eigenen Haushalt gegründet. Und
diejes wollten jie ihm alsbald aud) nadtun.
Der Johann Hatte jhon in N. eine ſchmucke
Magd, eine Mennonitin, gejehen, die ihm das
Herz gejtohlen; und der Sojeph erfor ſich ein
eib in ©., eines deutſchen Mannes Tochter,
Be ihm zudem einige hundert Rubel mit in
die Ehe brachte.
Nun hörte aud die Gütergemeinidhaft auf.
Es wurden zwei Nahbarhöfe gelauft, und jeder
begann auf jeinen eigenen Hals und in jeinen
eigenen Beutel zu arbeiten.
Bald wurden Itatt des Beſchlages fertige
Putzmühlen bergeitellt, jauber gearbeitet, ſchön
gefärbt — fertige Putzmühlen, dann WPflüge,
Eggen, Mähmaſchinen und Drillen und was jonit
noch der Bauer zur Bearbeitung des Bodens
bedarf.
Bald entitanden auf den einit leeren Höfen
majjive Gebäude. Jedes Jahr mußte hier ein
Ylügel angebaut oder dort ein neues großes
Gebäude aufgeführt werden. Zwiſchen ihnen
itrebten gewaltige Schornjieine empor und
qualmten beitändig, mädtige Rauchwolken aus—
ſtoßend. Handelsreiſende aus aller Herren Län
der kamen in hellen Haufen, um den Herren
Sabrifanten dieſe oder jene neue Einrichtung
oder Verbeſſerung der Betriebsmajdhinen zu
empfehlen. Das Geſchäft erblühte.
Sahre jind geihwunden.
Aus den waderen Handwerksburſchen jind nun
12*
rermElN
—
vornehme Herren, Millionäre, geworden, und aus
den früheren Dienſtmädchen — vornehme Damen.
Woran man vornehme Leute erkennt, darf ich
nicht erſt erzählen, daß aber der Johann ſich in
ſeiner Heimat eine Villa gebaut, um die ihn
ein Graf beneiden dürfte, will ich doch nicht ver—
ſchweigen; auch nicht, daß die Herren Fabrikanten
gegenwärtig nur einen Kummer haben, nämlich,
daß ſie noch immer nicht ſo viel Mähmaſchinen
herſtellen können, als Beſtellungen einlaufen; ob—
zwar in jeder Fabrik nicht ſelten bei tauſend
Hände arbeiten. |
„Sind Gie glüdlih?“
Herr Joſeph jagt ſchmunzelnd, ji über Die
Glaße jtreihend: „Armſein geht nicht gut; aber
Reichſein it — Teine Schande!“
Herr Johann jedoch blidt mic) lange an, als
wollte er mid) durchbohren. Sp ſchaut er ge.
wohnheitsmäßig jeden an, der mit ihm in Ge—
Ihäften zu tun hat — jo eilig, Jo mißtrauiſch.
„Sind Sie glüdlid, Herr?“
Er ſchwieg lange; ſchon glaubte ich, er werde
mid) zum Teufel jchiden, was ihm bisweilen bei
jeiner angeborenen Rüdjichtslojigfeit geläufig war.
Dieje Yrage aber hatte wohl eine zarte Saite
in jeinem Inneren berühr
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[Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913. Сборник личных воспоминаний и этических размышлений меннонита П. Хардера о жизни в меннонитской общине Давлефаново (Уфимская губерния), включая педагогический опыт и вопросы вероуч] IIND: Me nn. Mennonite Historical Libraru Presented By Edwin Weaver Estate N Mennonite Historicat Library. Goshen College - Goshen, Indiana user Alfa; : N der en ® Rofe Blдtter. Gepflьckt auf mennonitifchem Boden von P. Harder. Dawlefanowo, Gouv. Ufa. Verlag der Buchhandlung A. P. Frieen. 833.719- IIFL Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck ohne Erlaubnis des Verlegers verboten. RIND Onhaltsverzeichnis. Bormort: Des, Berfallers a. en nn 5 Ein Abchnitt aus meinem Lehrerleben ............. 7 S 53 REN AUS 65 IUNIEEIDGSE DENE ee we et 97 DANS SIDE N e…