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Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913
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t; denn jeine Unterlippe
bebte merflid, als er endlih den Mund zum
Spreden öffnete.
„Ich gäb’ all mein Habe dran,“ preßte er
leije, wie im Gelbitgelpräd hervor, ‚wenn ...
wenn ich hoffen dürfte, es noch) zu werden ...
Glücklich? ... Mein Heinjter Gußputzer iſt glüd-
a ROT
RRERERRERREIKTETEREITEKETER
liher als ih ... Es gibt wohl kaum etwas in
der Welt, das jo wenig zum Glüd beiträgt als
Gold und Gut!“
So jprah Herr Johann und jtüßte müde
jeinen zum Springen vollen Kopf in die Hand.
Nah längerem Schweigen fuhr er mit ge-
dämpfter Stimme fort:
„Wenn man das, was einem Glück jcheint,
meint erreiht zu haben, jo bejieht man’s ge=
nauer und findet, daß es feines it!“
In dem Haufe aber des Karl zu N. Hat die
Chrijtine immerfort gejponnen den Sonnenjdein
für ihr Eheleben, um ſich und den großen Karl,
den Kleinen Karl und das Heine Diderchen Chriltel.
Das geſchnitzte Herrgottl hat fie ehrfurdtsvoll
tief in den Schrein unter das Linnen verborgen
und den lieben Karl in ihr Gotteshaus mit-
genommen, ihm nichts vorgeihwäßt, aber das
reine lautere Gotteswort, das ſie jelbit von
‚Kindesbeinen jo gern gehört, auf ihn einwirten
lajien. Es hat aud) jeine Kraft bewährt an dem
ehrlien, fleikigen Karl. Die Gläubigen von
diejer Seite und von jener Seite der Molotſchna
haben gern geiltige Gemeinihaft mit dem Haufe
des braven Schlojjermeilters D. gepflegt. Und
wer etwas Menjchentenntnis bejigt, gudt ihm
nur einmal ins Geliht und jagt: ‚Der iſt glüd-
lich!“
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Der Tag ift hin.
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Der Tag iſt hin ....“
Mein Tagewerk iſt vollbracht —
ein langes, ſchweres Tagewerk.
Ja, und warum ſollte es kürzer und
leichter geweſen ſein als das meiner
Brüder?
Segne, Herr und Gott, jeden ehrlichen Beruf
und gib uns unſer täglich Brot!
Die Natur ſchüttet jedem ſeinen Teil ab —
wie an Schweiß, jo an Brot! Demjenigen aber,
der da meint, nicht arbeiten zu müſſen, legt jie
einen NRegulator an den Hals, weldher ji) hebt
und ſenkt wie der Negulator an der Dampf-
majdine, jchneller oder langjamer kreiſt, je nach—
dem es der Normalgang fordert. Ich meine Die
Langeweile und den Schwermut, zwei jtruppige
Kinder, von unjerer naturwidrigen Privilegie—
rungsjudht geboren. — Die Natur gleiht endlid)
wieder alles aus.
Der verkehrten Leute gibt's genug, Denen
Sonn’ und Mond feine Zeichen mehr für Tag
und Nadt jind. Sie trogen allenthalben den
ewigen, unerjchütterlihen Gejegen und bereiten
ſich dadurch namenloje Pein, gehen Hin und
Hagen über ihr hartes Los. Alſo wird Die
zB Le U U EN ee
EREREKIERREIERTETEREIEETETET
Naht zum Tag und der Tag zur Nacht ge—
madt. Alle Unnatur jtört das Behagen, ſtößt
ab. Die Naht iſt weder zur Arbeit noch zu
aufreibenden Bergnügungen gejet, jondern zum
Ruhen von der Tagesarbeit, jowie der Tag zu
vernünftiger Arbeit.
Sedes unbefugte Eingreifen in das Walten
der Natur rächt jich früher oder jpäter und ſchiene
es nod) jo berecht
Source excerpts
[Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913. Сборник личных воспоминаний и этических размышлений меннонита П. Хардера о жизни в меннонитской общине Давлефаново (Уфимская губерния), включая педагогический опыт и вопросы вероуч] IIND: Me nn. Mennonite Historical Libraru Presented By Edwin Weaver Estate N Mennonite Historicat Library. Goshen College - Goshen, Indiana user Alfa; : N der en ® Rofe Blдtter. Gepflьckt auf mennonitifchem Boden von P. Harder. Dawlefanowo, Gouv. Ufa. Verlag der Buchhandlung A. P. Frieen. 833.719- IIFL Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck ohne Erlaubnis des Verlegers verboten. RIND Onhaltsverzeichnis. Bormort: Des, Berfallers a. en nn 5 Ein Abchnitt aus meinem Lehrerleben ............. 7 S 53 REN AUS 65 IUNIEEIDGSE DENE ee we et 97 DANS SIDE N e…