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Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922
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bracht. Aber das grauenvolle Er¬
eignis wurde zu einem unauslölchlichen Erlebnis für die
Kinder. Am meilten litt die ältefte Tochter, ein begabtes
und tietempfindendes Mädchen von etwa 18 Jahren. Fünf
Monate lang rang lie: ihr Geilt vermochte lieh nicht zurecht¬
zufinden und ging in die Irre. Das Gelchick dieles Mädchens
ilt erlchütternd! Ihre Schwelter kämpft denlelben Ichweren
Kampf. Vielleicht reichen die Geilteskräfte aus, ihr Gemüt
in die nötige Ruhe zu zwingen.
In Tiege. Im Haule des Arztes luchten die Banditen
lange nach Koltbarkeiten, die lie dort vermuteten. Der Arzt
belaß an Reichtum nichts, als zwei lehr Ichöne Töchter.
Einer, der lieh Kommandant nennen ließ, Itellte den Arzt
vor die Entlcheidung, entweder lein Leben zu lallen oder
ihm leine Tochter zur lexuellen Befriedigung preiszugeben.
Als er zauderte, opferte lieh die Tochter aus freien Stücken,
um den Vater zu retten.
Nur wer die widerwärtigen Gelellen gelehen hat, kann
die Ungeheuerlichkeit dieles Vorfalls ermellen. Gewillenlos
überfielen auch Gelchlechtskranke die Frauen, um ihren
Opfern ein Ichreckliches Erbe zu hinterlallen.
Wie beklagenswert ilt erlt das Gelchick einer Frau, die
Ichwanger wurde durch die Räuber! Wer kann die Gefühle
einer Frau begreifen, die ein Kind zur Welt bringen loll, das
einen Menlchen mit Räuberinltinkten zum Vater hat?
Das Schicklal Wilhelm Martens in Münlterberg. Als die
Machnowze in Münlterberg erlchienen, waren die Leute
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2unächtt nicht mehr erichreckt als bei früheren Ueberfällen.
Man hatte lieh in der Zeit der Bürgerkriege an raubende
Banden falt ichon gewöhnt. Sie pflegten roh zu fein, aber
man war ftets mit dem Leben davongekommen.
Martens war als häufiger Delegierter in der Oeffentlichkeit
bekannt. Seine Frau bangte um ieine Sicherheit, weil man
ihm fchon oft von gegnerifcher Seite gedroht hatte. Drum
bewog fie ihren Mann, lieh diesmal im Garten unterhalb des
Hofes verfteckt zu halten. Es war Abend, und er blieb
unerkannt. Aber nicht lange litt es ihn fern. Das Brennen
der Häuler, das Schreien und Toben ließ ihm keine Ruhe.
Langlam fchlich er dem Haule näher, und als er vermuten
konnte, daß die Fremden es verlaffen hatten, eilte er auf
die Tür zu. Aber ehe er lie erreichte, holperte er über eine
Leiche. Es war feine Frau. Sein Herz fchrie auf. Ver¬
zweifelt rief er zum Himmel. Seine Frau blieb tot. Plötzlich
gedachte er feiner Kinder. Aber o Grauen! mit verftümmelten
Gliedern lagen fie alle fünf in den Zimmern umher, das
ältefte von elf Jahren neben dem jüngften. Schützend
mochten fie die Hände gegen die Säbelhiebe gehreckt haben
jm
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[Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922. Книга описывает историю меннонитской общины Саградовки в Украине в период революции и гражданской войны 1919–1920 гг. Автор, меннонитский священник, детально излагает пережитые соб] Dr. Dietrich Neufeld Mennonitentum in der Ukraine Schicksalsgeschichte Sagradowkas 19 2 2 Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from John and Mary A. Yaremko Foundation https://archive.org/details/mennonitentumind00nava_0 Mennonitentum * in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas. Von Dr. Dietrich Neufeld. 19 2 2 Selbstverlag. Emden, GroЯe OsterstraЯe 37. Alle Rechte Vorbehalten. Copyright by Dr. Dietrich Neufeld, Emden, GroЯe OfterltraЯe 37. Gedruckt in der Druckerei M. Wilkens, Emden. Von dens…