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Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922

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ihn weiter. Endlich fah er keine Rettung mehr: die Atemnot wurde fo groß und die Kräfte wurden fo gering, daß er die weitere Flucht aufgab. Blitzfchnell warf er lieh in ein Unkrautgebüfch, das in einem Gernüfe- garten ftehen geblieben war. Sein Verfolger hatte ihn aus den Augen verloren, ritt aber fo nahe an ihm vorbei, daß fein Pferd den Liegenden faft mit den Hufen ftreifte. Auf diefe Weife entkam er dem Tode. Mein Vater hatte auch im Garten Zuflucht gefucht, wie manche andere. Mein 13 jähriger Bruder Bernhard hatte ihn 31 in einer Maulbeerhecke gefunden und war bei ihm geblieben. Plötzlich tauchten zwei Reiter auf, die fie in der laubfreien Hecke bemerkten und barlch aufforderten, hervorzukommen. Bernhard entfloh jenleits der Hecke, während Vater lieh erhob und Itehen blieb. Ein Knall — und lautlos lank er tot zu Boden. Unfern von ihm kauerten Frauen in einer Laube, die lie natürlicherweiie in dieler Jahreszeit nicht Ichützte. Mit Entletzen waren lie Augenzeugen dieles Vor¬ ganges geworden. Frau Janzen Itand außerhalb der Laube. Man zielte auch auf lie. Aber ehe die Schüffe fielen, warf lie lieh auf den Boden, und lo pfiffen die Kugeln über lie hinweg. Diefes trug fich in P. Wiebes Garten zu. Die Reiter waren offenbar dielelben Räuber gewefen, die im Haule das alte Ehepaar auf feinem Krankenlager mit Säbeln umgebracht hatten. In zwei Stunden waren mir der Vater und zwei Brüder genommen. Eine andre Tragödie aus Orloff. In einem Haufe lag eine Frau totkrank. Ihr Mann, namens Peter Ifaak, faß an dem Sterbebett. Eine Schwefter der Kranken war mit ihrem Manne zum letzten Wiederfehen gekommen. Da ftürzten auch hier die Machnowze herein. In rafender Wut begannen fie das Vernichtungswerk. Zuerft ftreckten fie den Gaft, Isbrand Friefen, mit einer Kugel nieder. Danach nahmen fie die Verfolgung des Hausherrn auf. Er floh hinaus; aber fchon in des Nachbars Garten ereilte ihn die tötende Kugel. Nun warfen die Unholde Stühle und Betten zufammen, um das fchöne, neue Haus anzuzünden. In letzter Minute trieben fie die Totkranke, nur mit einem Hemd bekleidet, zum Haufe hinaus. Auf dem feuchten, kalten Gartenboden brach die Sterbende nieder. Die Kinder zogen ihre Kleider ' aus, um die Mutter darauf zu betten. Bald hauchte fie ihren letzten Atem in den Novembernebel aus. 32 Welch ein Bild bot lieh den armen Kindern! In ihrer Mitte die tote Mutter, weiter ab die Leiche des Vaters, vor lieh die lodernden Flammen, die erbarmungslos ihre Heim^ hätte verzehrten ... Man hat lie fpäter wie andere Wailen bei fremden Leuten zerltreut im Orte unterge

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[Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922. Книга описывает историю меннонитской общины Саградовки в Украине в период революции и гражданской войны 1919–1920 гг. Автор, меннонитский священник, детально излагает пережитые соб] Dr. Dietrich Neufeld Mennonitentum in der Ukraine Schicksalsgeschichte Sagradowkas 19 2 2 Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from John and Mary A. Yaremko Foundation https://archive.org/details/mennonitentumind00nava_0 Mennonitentum * in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas. Von Dr. Dietrich Neufeld. 19 2 2 Selbstverlag. Emden, GroЯe OsterstraЯe 37. Alle Rechte Vorbehalten. Copyright by Dr. Dietrich Neufeld, Emden, GroЯe OfterltraЯe 37. Gedruckt in der Druckerei M. Wilkens, Emden. Von dens…