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Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922

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uns weg. Seine Freunde Itanden ver- lallen, und lelblt leine früheren Gegner haben mir ausdrück¬ lich bekundet, daß lie zu Ipät leine Bedeutung für Sagra- dowka erkannt hätten. Sein Leib ilt tot, aber lein Geilt lebt kräftig fort. Ich hörte Männer wörtlich lagen : „Wir wollen lein Werk fortletzen.“ Und ich glaube, daß es die beiten Männer Sagradowkas waren. * * * Schlußbetrachtung. Die große Trüblal hat alle Mennoniten in Sagradowka tief aufgerüttelt. Sie müßten geläutert den Entlchluß fallen, ein neues helleres Leben zu beginnen. Aber jeder Menlchen- kenner weiß, daß auch der beite Vorlatz unausführbar bleibt, wenn der Menlch nur ein Andachtschrist zu lein vermag und lieh nicht tatlächlich übt im Werkchriltentum. Dies bedingt eine tiefe ethilche Weltanlchauung, einen im Guten unbeuglamen Willen, eine unnachlichtige Selbstkritik und ein Handeln, das lieh jederzeit verantworten kann. Diele Stufe ethilcher Kultur ilt leider bei den Mennoniten Sagradowkas noch nicht vorhanden. 39 Die gegenwärtige Notlage Sagradowkas ilt deshalb nicht nur darin begründet, daß durch Machno ein ganzes Dorf ausgerottet wurde, viele Menfchen verwaift, verwitwet und obdachlos geworden find, londern auch in der ethifch- lozialen Hilfloligkeit. Neuerdings verfchärft lieh das Elend noch durch die Hungersnot, die auch in Sagradowka immer mehr in den Vordergrund tritt. Vielleicht werden die Mennoniten Amerikas, auf deren Veranlagung ich dieles Manulkript veröffentliche, auch an Sagradowka denken, wenn fie an der Linderung der rullilchen Not arbeiten. Ich suchte Dich ! Wir waren draussen auf dem Friedenshof. Da ist ein Massengrab schwarz aufgeschüttet. Ich le3e oftmals alle Tafeln ab Und bebe, wenn der einen ich mich nahe, Die ich zwar suchen, doch nicht finden wollte. Heinrich Neufeld liegt an diesem Ort begraben. Das Auge irrt, die Schrift verlischt, Der Atem stockt — das Sein wird zum Problem. Und lauschend höre ich, wie Schritte gehn: Er ist’s ! er will zu mir, weil ich ihn suchte ! Ich warte bang .... Minuten werden Ewigkeit! Ein Flügelschlag ! Dann Stille ringsherum. Die Dohle hat am dürren Ast gehackt. Ich wende mich zurück. Das Grab liegt hinter mir. Die Sehnsucht täuscht mir vor: Sein Tod ist nur ein Traum. Daheim will ich ihn wiederfinden! — Ich fand ihn nicht. Und öde wurde mir die Welt. O Mörder, höre ewigfort : gib her das Leben ! Was tatest du, o armer Wicht! Vor deine Seele treten seine Kinder. Erträgst du ihren schmerzgetränkten Blick ? Und sieh, sein Weib tritt gramgebleicht hinzu. Wo willst du Ruhe finden vor dem Fluch der Tat!

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[Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922. Книга описывает историю меннонитской общины Саградовки в Украине в период революции и гражданской войны 1919–1920 гг. Автор, меннонитский священник, детально излагает пережитые соб] Dr. Dietrich Neufeld Mennonitentum in der Ukraine Schicksalsgeschichte Sagradowkas 19 2 2 Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from John and Mary A. Yaremko Foundation https://archive.org/details/mennonitentumind00nava_0 Mennonitentum * in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas. Von Dr. Dietrich Neufeld. 19 2 2 Selbstverlag. Emden, GroЯe OsterstraЯe 37. Alle Rechte Vorbehalten. Copyright by Dr. Dietrich Neufeld, Emden, GroЯe OfterltraЯe 37. Gedruckt in der Druckerei M. Wilkens, Emden. Von dens…