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Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922

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Menlchen findet. Sein Wirken in der Schule und in der Gemeinde, deren Prediger er war, kommt einem reltlolen Einltehen für andere, für die Gemeinlache, gleich. 37 Neufeld hinterließ eine Witwe und lieben Kinder, von denen das älteite 15 und das Jüngfte ein halbes Jahr alt war. Neufeld hatte in den letzten Jahren feine Familie knapp ernähren können. Nun füllte die Not der Familie noch größer werden. Die Gemeinde zahlte fchon einen Monat nach Neufelds Tode, der Witwe kein Gehalt mehr. Die Mennoniten Sagradowkas haben wenig foziales Empfinden. Es ift nicht genügend vertieft und gepflegt worden, obgleich Heinrich Neufeld in feinen Predigten gerade folche tätige Nächftenliebe zu wecken fuchte. Seine Reden fchlugen jedesmal ein. Sie befchäftigten oft noch fpäterhin die Gemüter. Aber er war lange ein Prediger in der Wüfte mit feiner Auffaffung, die unfre Mennoniten vom Lippen- dienft zum werktätigen Chriftentum, zu einer höheren Ethik führen wollte. Neufeld war kein Mann der Halbheiten. Er vertrat ein entfchiedenes Chriftentum, ein Tatchriftentum. Er ftand auf fo hoher Warte, daß felbft viele Prediger Sagradowkas ihm in feinen tiefften Reden nicht folgen konnten, ihn mißverftanden oder gar verurteilten. Das beirrte ihn aber nicht, wiewohl er oft fchwer darunter litt. Nicht für feine Perfon, wohl aber für eine gemeinnützige Sache konnte er mit der größten Entfchiedenheit eintreten und mit dem Enthufiasmus eines Idealiften verfechten. Neufeld wollte keine neue Sekte hervorrufen, wozu manche feiner Freunde Neigung hatten. Er bedauerte, daß es deren fchon zu viele gab. Gerade dahin ging fein Be- ftreben, nicht trennend zu wirken, fondern zufammenzu- zuführen und zu verföhnen Auch die Verföhnung der fozialen Klaffen lag ihm am Herzen. Oft trat in Sagradowka unter Mennoniten als eine Folge der Revolution eine häßliche, unbrüderliche Scheidung zwilchen Begüterten und Armen in die Erfcheinung. Die 38 Belitzenden räumten den Belitzlolen nur ungern das Stimm¬ recht ein bei Gemeindeberatungen, wie es von den Bollche- wiki anbefohlen war. Dann tat ein belonnenes Einwirken von der Predigerkanzel oft not. Heinrich Neufeld hatte durch leine unermüdliche Tätig¬ keit in der Gemeinde und durch leine Arbeit als multer- gültiger Pädagoge alle ernlt denkenden und brüderlich- chrilt- lich fühlenden Wahrheitskämpfer auf leine Seite gezogen. Um ihn als Mittelpunkt begann lieh ein lebendiges Streben zu entwickeln, das immer weiter in die Reihen junger Männer drang und verheißungsvoll war. Da, als man Neufeld am weniglten entbehren zu können glaubte, kam die Frevler¬ hand und nahm ihn

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[Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922. Книга описывает историю меннонитской общины Саградовки в Украине в период революции и гражданской войны 1919–1920 гг. Автор, меннонитский священник, детально излагает пережитые соб] Dr. Dietrich Neufeld Mennonitentum in der Ukraine Schicksalsgeschichte Sagradowkas 19 2 2 Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from John and Mary A. Yaremko Foundation https://archive.org/details/mennonitentumind00nava_0 Mennonitentum * in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas. Von Dr. Dietrich Neufeld. 19 2 2 Selbstverlag. Emden, GroЯe OsterstraЯe 37. Alle Rechte Vorbehalten. Copyright by Dr. Dietrich Neufeld, Emden, GroЯe OfterltraЯe 37. Gedruckt in der Druckerei M. Wilkens, Emden. Von dens…