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Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913
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n,
der vorhin Taum vegetierte, hat heutzutage bei
einer mehr rationellen Wirtihaft ein wahrhaft
fürjtlides Einfommen. Aber mit den Einnahmen
wachſen aud) unjere Bedürfnilje.
Alſo fommt’s auf eines heraus? Ja und
nein, und wenn man genau zujieht — ganz und
gar nicht!
Bei Großvater in der großen Stube unter
dem Mandjpiegel jtand die Kilte — weißt's noch?
— auf jehs Füßen mit jtets blank gepußtem
Meſſingbeſchlag und der knarrenden Beilade.
Unter diejer Lade befand ſich das Linnen, nicht
\chneeweiß, jondern hHimmelblau. Unter dem
Linnen, jorgfältig in ein wollenes Tud) gehüllt,
ruhte die große Hausbibel mit Bildern und
Silberſchnitt, welde außer den Schäßen geijtiger
Art aud) Großvaters Erjparnilje aufzubewahren
hatte. Hinein hatte das Geld Großvater gelegt,
herausgenommen hat’s der Waijenälteite mit dem
Gutmann und den VBormündern der unmündigen
Hinterbliebenen.
er RR PER lee:
—
Heute ſteht die Bibel im Bücherſchrank, die
Kiſte aber in der Rumpelkammer. Ob dieſe beiden
Gegenſtände zurzeit mehr oder weniger genützt
werden als früher, wage ich nicht zu entſcheiden;
aber der erſparte Hunderter verträumt ſeine Zeit
nicht mehr nutzlos im dunklen Spind. Dieſer
bezahlt das Schulgeld für den Buben in der
Zentralſchule, jener das Koſtgeld der Mädchen,
welche die Mädchenſchule beſuchen. Was ſie da
nur alles lernen! Geſegne es ihnen Gott! Sie
bringen's wieder mit hundert Prozent als kluge,
geſittete Jünglinge und Jungfrauen. Was ſie
gelernt haben, iſt ihnen ein Erbe, das keiner
rauben kann.
Die Vöglein zwitſchern und ſingen bald wie
ihre Alten geſungen; das dürfen ſie nicht erſt
erlernen, ebenſowenig als den Neſterbau. Uns
Menſchen aber hat der Schöpfer was anderes
als Gratisbeilage geſchenkt, nämlich das Ver—
mögen zu denken.
Wie die Meereswogen wälzen ſich fort und
fort neue Ereigniſſe über die Menſchenkinder
dahin; Ereigniſſe, die von uns nicht abhängen,
die aber jeden von uns bald vor dieſe, bald
vor jene Veränderung in den Lebensbedingungen
ſtellen. Da gilt's dann nicht in ſchwacher Eng—
herzigkeit an dem Althergebrachten feſthalten; es
möchte dich gewaltmäßig davon losreißen, und
du hätteſt Schmerz und Schande obendrein. Da
gilt's aber auch nicht, ſich toll in die Wogen
hineinzuſtürzen; — ſie möchten dich an einem
Fels zerſchellen. Mit prüfendem Geiſt aber ſtehen
re
RRRRRERERTEREREIEICERETETERE
wir vor der neuen Erſcheinung und jucdhen ſie,
falls wir jie für nußbringend erfannt haben,
zu bezwingen, uns untertan zu maden, wie's
dem Herrn der Schöpfung zufommt.
Wir haben unbeitritten viel Gutes von den
Alten geerbt; auf der Grundlage, die jie mit
Mühe und Schweih hergeitellt, wollen wir fröh-
li) weiterbauen mit eben demjelben Eifer, aber
nicht nad) derjelben Schablone.
Mir bewahren den lieben Alten in Danfbar-
Teit ein ſtilles Plätzchen in unjeren Herzen!
Harder, Loſe ‚Blätter. 11
Von der Liebe.
[BIRZRARERZ]
1: war ein heiterer, angenehm Tühle
Source excerpts
[Rofe Blätter. Gepflückt auf mennonitischem Boden, P. Harder, 1913. Сборник личных воспоминаний и этических размышлений меннонита П. Хардера о жизни в меннонитской общине Давлефаново (Уфимская губерния), включая педагогический опыт и вопросы вероуч] IIND: Me nn. Mennonite Historical Libraru Presented By Edwin Weaver Estate N Mennonite Historicat Library. Goshen College - Goshen, Indiana user Alfa; : N der en ® Rofe Blдtter. Gepflьckt auf mennonitifchem Boden von P. Harder. Dawlefanowo, Gouv. Ufa. Verlag der Buchhandlung A. P. Frieen. 833.719- IIFL Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck ohne Erlaubnis des Verlegers verboten. RIND Onhaltsverzeichnis. Bormort: Des, Berfallers a. en nn 5 Ein Abchnitt aus meinem Lehrerleben ............. 7 S 53 REN AUS 65 IUNIEEIDGSE DENE ee we et 97 DANS SIDE N e…