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Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921

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Ein Tagebuch aus dem Reiche des TOTENTANZES Selbltverlag des Verfahers Dietrich Neufeld, Emden Alle Rechte Vorbehalten 19 21 Druckerei M. Wilkens, Emden V DK 5 Og .2 l ! 37 J*- ■ ' hi- * . ** i'* <*- • 'S" Vorwort. Ich ruf’ es in die Welt hinaus, Und mag es laut und schrill ertönen, Und tut’s den zarten Ohren weh Ich kann dem Drang nicht wehren! Des Herzens Not verlangt Gehör, Die Welt, sie muss es hören! Denn unsrer Seelen Not ist schwer; Es muss der Schrei die Lösung bringen ! Es ist notwendig, daß die Welt erfahre, wie es in jenem, gleichiam verzauberten Labyrinth des tollen Totentanzes ausiieht. Was hier aus einem erlebenden Herzen heraus niedergeichrieben ilt, gibt lieh als Abichnitt nur aus dem Gewoge eines Völkermeeres. In Süd-Rußland, letzthin auch Ukraina genannt, war der Kampfplatz der durch die Revolution auf die Szene gerufenen Kräfte. Hier stießen Partei und Gegenpartei in höchfter Erbitterung gegeneinander. Hier warben die Parteien mit Waffen nnd Wort. Wohl mehr als zwölfmal fah man in zwei Jahren den Wechiel des Regimes. Da ging das Aniehen jedweder Gewalt verloren. Die Ukrainer wurden io revolutioniert, daß die Freiheit nur noch in der Form von Zügelloiigkeit und Willkür herrfchen konnte. In dieier trüben Zeit der Leiden- ichaft und Rache verband es ein ungewöhnlich ichlauer Räuber, der Anarchift Machno, immer neue Mähen für ieine Raub- und Rachezüge zu gewinnen. Bequem waren iolche Züge gegen die zeritreut im Lande wohnenden, durch weiteuropäiiehe Traditionen und Sitten, iowie durch Religion und Geiitesbildung von der ukrainiiehen Bevölkerung iich untericheidenden und daher iiolierten Koloniften deutfeher, holländiicher und fehwediieher Abitammung. 3 Der Verfaffer nachstehender Schrift fchildert hier feine Erlebniffe in den fchweren Monaten, in denen die Mennonitenkolonie Chortitza ihre hiftorifche Tra¬ gödie erlebte. Die Mennoniten — io benannt nach ihrem holländischen Reformator Menno Simon - haben während vierhundert Jahren in Holland, Westpreußen und vor allem in Rußland unentwegt an dem Grund- iatz der Wehrloiigkeit, den fie aus Chriiti Lehre folgerten, feitgehalten. Nur während der Revolution haben einzelne Kolonien, den Notwehrgedanken vor- ichützend, fich organiiiert als Selbitichutz, nachdem die deutiche Okkupationsverwaltung fie dazu aufgefordert hatte. Einzelne Raubüberfälle haben fie zwar ab- wehren können, fie haben (ich aber durch ihre Gegen¬ wehr die Rache der ukrainiichen Bauern zugezogen. Jedenfalls wurde die Rache bei den Mord- und Raub¬ zügen in die Gebiete nicht - ukrainiicher Kolonisten

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[Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921. Дневник меннонита Дитриха Неуфельда, описывающий трагедию колонии Чортитца во время правления Махно в 1919-1920 гг. Автор документирует насилие, грабежи и убийства, направленные пр] Ein Tagebuch aus dem Reiche des TOTENTANZES Selbltverlag des Verfahers Dietrich Neufeld, Emden Alle Rechte Vorbehalten 19 21 Druckerei M. Wilkens, Emden V DK 5 Og .2 l ! 37 J*- ' hi- * . ** i'* <*- 'S" Vorwort. Ich ruf es in die Welt hinaus, Und mag es laut und schrill ertцnen, Und tuts den zarten Ohren weh Ich kann dem Drang nicht wehren! Des Herzens Not verlangt Gehцr, Die Welt, sie muss es hцren! Denn unsrer Seelen Not ist schwer; Es muss der Schrei die Lцsung bringen ! Es ist notwendig, daЯ die Welt erfahre, wie es in jenem, gleichiam ve…