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Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922

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er Beratung zulammengerufen, lie in eine Scheune gelperrt und mit Säbeln zerhackt haben. So lautete das Gerücht. Tatlächlich lind dort aus Rache dafür, daß bei ihnen raubende Ban¬ diten erlchollen wurden, mehrere Kolonilten ermordet worden. Die Aufregung war daher allenthalben groß in Sagra- dowka. Reitende Späher luchten die Verbindung zwilchen den einzelnen Dörfern aufrecht zu erhalten, um beim Er- Icheinen irgendwelcher Fremden lieh gegenleitig vor Ueber- rumpelung zu warnen. Solchem Dienlte war der nebelige Herbittag des 29. Novembers 1919 lehr ungünltig. Gegen Mittag erlchienen plötzlich viele Reiter und Drolchken in dem kleinen Dorfe Gnadenfeld. In wenigen Augenblicken war jeder Hof beletzt. Man hörte Schülle, Wehgelchrei, dann vernahm man ein Kniltern und Krachen im Gebälk, Rauch füllte die Straße und die Höfe und drang in die Gärten. Die Häuler brannten. Menlchen lagen erlchlagen, verwundet und verltümmelt umher. Das war das graulige Werk einer kurzen Stunde. Und nur einigen Männern gelang es zu entkommen und ihr Leben zu retten. 17 Ebenlo überralchend erlchienen diele Unnennbaren im nächlten Dorfe Reinfeld. Auch hier wiederholte lieh dielelbe 1 graulame Begebenheit. Darauf begaben lie lieh in das größte Dorf Sagra- j dowkas, Orloff. Im Nu waren die 41 Höfe beletzt und die Straßenausgänge von Reitern gelperrt. Niemand i durfte mehr hinaus. Es kam kaum zu dramatilchem Wort- , wechlel. Man verlangte Waffen, Geld, Speilen, dann das Leben. Oft hieben die Wilden, ohne jemand anzureden, beim Eintritt in das Haus mit Säbeln auf den Wirt ein. Sie Ichändeten Frauen und Mädchen, wobei auch 13jährige ■' nicht verlchont blieben. Weigerte lieh ein Mädchen, wurde es getötet. In Orloff lind zwei Jungfrauen Opfer ihrer ; keulchen Gelinnung geworden. Die Möbel wurden umgeworfen, zerlchlagen und in den j meilten Fällen als Trockenholz benutzt, um den Brand zu \ entfachen. Männer, Frauen und Kinder Iah man in die Gärten und auf die Felder fliehen, verfolgt von Ichrecklichen Reitern, die auf lie Jagd machten, wie auf Wild. j Als die Banditen dieles Dorf nach zwei Stunden wieder ) verließen, lagen 44 Tote und viele Verwundete in den ) Häulern oder auf den Höfen herum. ; In gleicher Weile wurde hierauf in Tiege gehäuft. Der Abend brach herein. Die wilden Gelellen ließen auch dieles Dorf in Flammen zurück und letzten ihren Hunnenzug in i der Richtung auf Münfterberg fort. Es waren hier Ichon am Tage Reiter gewelen, die aus \ dem nahen Rullendorfe gekommen waren. Sie hatten lieh | für Weißgardilten ausgegeben, um das Verhalten der Kolo¬ nilten zu prü

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[Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922. Книга описывает историю меннонитской общины Саградовки в Украине в период революции и гражданской войны 1919–1920 гг. Автор, меннонитский священник, детально излагает пережитые соб] Dr. Dietrich Neufeld Mennonitentum in der Ukraine Schicksalsgeschichte Sagradowkas 19 2 2 Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from John and Mary A. Yaremko Foundation https://archive.org/details/mennonitentumind00nava_0 Mennonitentum * in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas. Von Dr. Dietrich Neufeld. 19 2 2 Selbstverlag. Emden, GroЯe OsterstraЯe 37. Alle Rechte Vorbehalten. Copyright by Dr. Dietrich Neufeld, Emden, GroЯe OfterltraЯe 37. Gedruckt in der Druckerei M. Wilkens, Emden. Von dens…