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Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922
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fen. Es war eine Lift, die Ichon viel geübt
und allbekannt war. Die Reiter erwarteten offenbar, daß
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die Münfterberger fie als Weißgardiften mit belonderer Freude
aufnehmen und (ich lomit als ihre Gegner verraten würden.
Allein die Mennoniten verhielten lieh neutral.
Niemand in Münfterberg vermutete, was darauf folgen
würde. Auf dieles Hofdorf aber war es offenbar ganz
belonders abgefehen.
In den vier erwähnten Dörfern wurden hauptiächlich
Männer gemordet. Vereinzelt waren auch Frauen ums
Leben gekommen. In Münfterberg dagegen wurden grund-
fätzlich alle getötet: vom Wiegenkinde an bis zum letzten
Greife. Am Abend des 29. Novembers konnten lieh aller¬
dings noch manche retten. Wer lieh rechtzeitig im Schilfe
des Fluffes oder hinter Büfchen in den Gärten verftecken
konnte, oder wer gar im Schutze des Nebels die Schluchten
in der Nähe des Dorfes erreichte — kam mit dem Leben
davon. Eine Familie gar hatte lieh in den Schornftein
geflüchtet, wo fie die Nacht über ausharrte.
Am 30. November kamen die Banditen aus dem Nach¬
bardorfe noch einmal zurück, weil am Vortage wegen der
feuchten Witterung nicht alle Häufer in Feuer aufgegangen
waren. Es wird erzählt, die Bewohner des Nachbardorfes
hätten die Banditen um die gänzliche Austilgung Münfter-
bergs gebeten.
Die Räuber fanden aber nicht leere Häufer. Viele
Flüchtlinge waren frierend aus ihren nächtlichen Verftecken
zurückgekehrt und hatten geglaubt, nun gerettet zu fein.
Diesmal konnten die meiften nicht mehr entrinnen und
wurden Opfer der mordenden Rotte. Einzelne wagten in
Kähnen die Flucht, um das andere Ufer des Fluffes zu
erreichen und im ruffilchen Dorfe bei Bekannten Schutz
und Rettung zu finden. Aber nur wenige von ihnen find
am Leben geblieben. Sie wurden verraten und erbarmungslos
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niedergemetzelt. Das Ipricht wieder für die Annahme, daß j
die Bewohner dieles Ruhendorfes den Mennoniten Münlter-
bergs nicht wohlgeiinnt waren, fonft hätten he die Geflüch- <
teten vor den Machno-Banditen gerettet.
Vereinzelt waren Flüchtlinge aus Münlterberg in Altonau
und Blumenort angekommen. Wie ein Lauffeuer ging durch !
die übrigen elf Dörfer die Kunde, daß auch ihnen das ! .
Schicklal Münlterbergs drohe. In aller Eile wurden Wagen i j
belpannt, und dann jagten die Geänglteten davon. Bald Iah
man auf allen Landltraßen fliehende Kolonilten. Die Armen
luchten Zuflucht in den großen Ruhendörfern Pawlowka
und Michajlowka. Häuler und Höfe waren fortan dem
plündernden Raubgelindel preisgegeben.
Das Gemetzel lohte tatlächlich weitergehen.
Nicht in Altonau und Rolenort erlchienen jetzt die
Machnowze, wie erwart
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[Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922. Книга описывает историю меннонитской общины Саградовки в Украине в период революции и гражданской войны 1919–1920 гг. Автор, меннонитский священник, детально излагает пережитые соб] Dr. Dietrich Neufeld Mennonitentum in der Ukraine Schicksalsgeschichte Sagradowkas 19 2 2 Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from John and Mary A. Yaremko Foundation https://archive.org/details/mennonitentumind00nava_0 Mennonitentum * in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas. Von Dr. Dietrich Neufeld. 19 2 2 Selbstverlag. Emden, GroЯe OsterstraЯe 37. Alle Rechte Vorbehalten. Copyright by Dr. Dietrich Neufeld, Emden, GroЯe OfterltraЯe 37. Gedruckt in der Druckerei M. Wilkens, Emden. Von dens…