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Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922

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raubte und mordete, obwohl wir den jungen Mennoniten nicht die gleiche Zügel- loligkeit Zutrauen dürfen. Vielen von ihnen lind über dielem wülten Treiben die Augen aufgegangen. Sie waren unter Menlchen geraten, deren Leben ihren Sittlichkeitsbegriffen widerlprach. Plötzlich flammte der Aufltand in allen Teilen der Ukraine auf. Ein ausgewiegt Ichlauer Räuber, der lieh Anarchist nannte, machte lieh diele Situation zunutze und Itellte lieh an die Spitze der Bewegung. Er war früher von den Weißen nach Wolhynien hinein verdrängt worden. Kühn 15 durchbrach er jetzt die Linie der Freiwilligen und durchzog die Ukraine in raichem Zuge, überall die Fackel der Rache erhebend. Es war Machno. Leicht fand er in den durch Krieg und Revolution demoraliiierten Mähen, die gründlich begriffen hatten, daß fie bisher immer und überall betrogen worden waren, folche Anhänger, die vor keiner Grauiamkeit mehr zurücklchreckten, am allerwenigiten jetzt, nachdem fie die Rache ihrer Gegner ausgekoitet hatten. Nun löfte Machno den General Denikin in der Herr- fchaft ab. Es war im Herbit 1919. Machno hatte einen ungeahnten Zulauf von Bauern, die mit Denikin unzufrieden waren. Dieier hatte ihnen das Land wieder abgenommen und fie zur früheren Armut verdammt. Das wollten fie fich nicht gefallen Iahen. Unter Machno, dem Anarchisten, war jedes Verbrechen erlaubt. Den Anarchismus begriff man als ichrankenloie Freiheit und handelte danach. Jetzt flammte die Rache auf der Gegenieite auf. Die oben erwähnten Erichießungen, die in einem Nach¬ bardorfe unfern der lutheriichen Wollost itattfanden unter angeblicher Beteiligung von Deutichen, find Anlaß einer Tragödie geworden. Wahricheinlich haben die Bewohner jenes Dorfes diele Begebenheit ausgenutzt, um den auf- geipeicherten Groll gegen die Deutichen jetzt zu entladen und haben die Machnobanditen herbeigerufen. In einem Aufruf las man um jene Zeit in Chortitza, die Kolonisten bei Apoltolowo hätten lieh aufgelehnt gegen die Partilanen, wie die Banditen lieh nannten, und Batjko Machno habe eine Expedition ausgelandt, jene Kolonilten Ichonungslos zu beitrafen. * * * 16 In Sagradowka wußten die Mennoniten damals noch nicht, was ihnen drohte. Seit einer Woche lag allerdings eine vorahnend drückende Stimmung auf den Gemütern. Man hatte allerlei munkeln gehört. Polt, Telegraph und Verkehr gab es nicht nach auswärts, und daher konnten lie nichts Beltimmtes von der Außenwelt willen. Aber Gerüchte waren in allen Dörfern im Umlauf. Eines Ichauerlicher als das andere. In der Kronauer Wollolt lollten bewaffnete Banditen in einem Dorfe die Hofbelitzer zu ein

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[Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922. Книга описывает историю меннонитской общины Саградовки в Украине в период революции и гражданской войны 1919–1920 гг. Автор, меннонитский священник, детально излагает пережитые соб] Dr. Dietrich Neufeld Mennonitentum in der Ukraine Schicksalsgeschichte Sagradowkas 19 2 2 Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from John and Mary A. Yaremko Foundation https://archive.org/details/mennonitentumind00nava_0 Mennonitentum * in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas. Von Dr. Dietrich Neufeld. 19 2 2 Selbstverlag. Emden, GroЯe OsterstraЯe 37. Alle Rechte Vorbehalten. Copyright by Dr. Dietrich Neufeld, Emden, GroЯe OfterltraЯe 37. Gedruckt in der Druckerei M. Wilkens, Emden. Von dens…