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Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922
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et worden war, londern ganz über- |
ralchend in Schönau. Auch hier waren die Mennoniten \
fluchtbereit. Dennoch wurden he überrumpelt. '
Die großen Strohhaufen gingen in Flammen auf, und
von dem Feuer wurden auch bald die Häuler ergriffen.
Damit nicht genug. Auch morden wollten die Wültlinge. j
Alles ergriff die Flucht. Aber die Machnowze Iprengten *
auf ihren Pferden hinterher und machten nieder, wen lie
erreichten.
Die übrigen Dörfer blieben verlchont. Warum? Welcher
Umltand rettete lie? Es ilt nicht mit Beltimmtheit zu er- j
mittein. Wahrlcheinlich trifft die Vermutung zu, daß Weiß- j
gardilten aufgetaucht lind und durch ihr plötzliches Erlcheinen
die Unholde zur Flucht veranlaßt haben. Uebermäßig groß
war die Zahl der Machnowze nicht. Augenzeugen Ichätzten
lie auf etwa 300.
Wenig glaubwürdig ift jedoch die Annahme, daß die
Freiwilligen Denikins den Kolonilten zu Hille geeilt leien.
Wäre es in ihrer Ablicht gewelen, die Mennoniten zu Ichützen,
lo hätten lie es aus der Zentrale der lutherilchen Wollolt
tun können, wo lie in genügender Stärke lagen. Alles Ipricht
dafür, daß die Denikin-Offiziere, die auch während des
j großen Krieges als Nationalilten erbitterte Feinde der fremd-
Itämmigen Kolonilten waren, mit Schadenfreude zugelehen
haben, wie jene Beltien unter den Mennoniten häuften.
I Diele Anlicht wurde Ipäter des öfteren beitätigt von
Leuten, die vorher den Freiwilligen großes Vertrauen ent¬
gegengebracht hatten.
Die Ereignille leit 1914 hatten viele Anhänger des
alten Regimes in nichts belehrt. Sie blieben, wie lie waren:
egoiltilch, rücklichtslos und dem Volke feindlich.
Dafür ein Beilpiel. Einige Zeit Ipäter nahm ich einen
fliehenden Offizier über Nacht in meinem Haufe auf. Er
Iprach lieh offen aus: „Wir können natürlicherweile die
Fremdltämmigen nicht lieben, aber die Klugheit gebietet
1 uns jetzt, lie für uns zu gewinnen.“ Ich verriet, daß ich
ebenfalls kein Rulle lei und erwiderte ihm: „Sie meinen,
wenn der Mohr leine Pflicht getan hat, kann er gehen?“
Ein Achlelzucken war die Antwort.
Wahrlich, die Wiederkehr des alten Regimes wäre für
uns lehr wenig verheißungsvoll!
Am 29. und 30. November hatte lieh das furchtbare
Gelchick an Sagradowka erfüllt. 214 Menlchen waren
umgekommen und 6 Dörfer in Alche gelegt. Verltümmelte
und Gelchlechtskranke blieben noch lange traurige Zeugen
jenes furchtbaren Gelchicks. Am meilten hatte Münlterberg
gelitten. Hier waren 84 Menlchen umgekommen, davon
18 Frauen und 36 Kinder. Von etwa 30 Höfen war nur
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einer vom Feuer verlchont geblieben. Aber die rullilchen .
Nachbarn, deren Mitgefühl man hät
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[Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922. Книга описывает историю меннонитской общины Саградовки в Украине в период революции и гражданской войны 1919–1920 гг. Автор, меннонитский священник, детально излагает пережитые соб] Dr. Dietrich Neufeld Mennonitentum in der Ukraine Schicksalsgeschichte Sagradowkas 19 2 2 Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from John and Mary A. Yaremko Foundation https://archive.org/details/mennonitentumind00nava_0 Mennonitentum * in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas. Von Dr. Dietrich Neufeld. 19 2 2 Selbstverlag. Emden, GroЯe OsterstraЯe 37. Alle Rechte Vorbehalten. Copyright by Dr. Dietrich Neufeld, Emden, GroЯe OfterltraЯe 37. Gedruckt in der Druckerei M. Wilkens, Emden. Von dens…