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Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922
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te erwarten lollen, zer-
Itörten auch dielen letzten Hof noch und Ichleppten Dach ,
und Boden davon.
Als Münlterberg vernichtet war, beanlpruchten lie das
gelamte Gebiet dieles Dorfes. An der Austilgung lind lie
offenbar interelliert gewelen. Es lollen auch einige bei dem *
Ueberfall mitbeteiligt gewelen lein.
Warum lag ihnen lo viel an dem Dorfe Münlterberg?
Die Erklärung liegt auf der Hand. Die bollchewiftilche
Revolution erfüllte den Traum des rullilchen Bauern: das
Land wurde gleichmäßig unter die ackerbautreibende Bevöl¬
kerung verteilt. Die Mennoniten Sagradowkas mußten i
dieler Neuregelung gemäß einen Teil ihres Landes abtreten.
Anfangs hatten lie lieh dagegen empört, denn in ihren Augen J
war diele Landaufteilung eine Ungerechtigkeit. Aber
allmählich kam ihnen die Erkenntnis, daß lie ohne fremde
Hilfe und ohne ausreichende Pferdekraft ihr Land nicht wie
bisher bearbeiten konnten, denn Landarbeiter gab es nicht
mehr. Ein jeder arbeitete jetzt auf feiner eigenen Scholle, j
Sollte diele Belitzregelung für immer lo bleiben? Diele 1
Frage trat jedoch bald zurück vor einer anderen. Die
Rullen beanlpruchten von den Mennoniten den Teil ihres
Landes, der ihren Wohnplätzen möglichlt nahe lag. Das
war bei der Lage der Dörfer nicht angängig. Ein zulammen-
hängendes Gebiet konnte die Wollolt nicht abtreten. Jedes
Dorf überließ innerhalb feiner Grenzen die vorgelchriebene j
Fläohe. i
Münlterbergs Untergang findet leine teilweile Erklärung
in dem Streit um die Ackernähe: die Rullen verdroß der '
weite Weg, den lie nehmen mußten, um inmitten der
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mennonitilchen Wollolt Sagradowkas ihre Felder zu be-
ftellen. Niemals jedoch hatten die Mennoniten gedacht,
daß man ganze Dörfer austilgen würde, um dielen Zuftand
zu ändern, obwohl dergleichen Drohungen gefallen waren.
Und licherlich hätten lieh die Nachbarrullen niemals zu lolch
einem graulamen Vorgehen entlchlollen, wenn lie nicht
durch fremde Hilfe ihre Anlprüche hätten befriedigen
können.
* *
*
Eine Disharmonie zwilchen den Kolonilten und den
rullilchen Bauern beltand Ichon lange und hatte verlchiedene
Uriachen.
Da ich hiermit eine offene Frage berühre, deren Lölung
den Mennoniten angelegen ilt, möge hier kurz eine Dar-
Itellung dieles Mißverhältnilles folgen.
Schon lange vor dem Weltkriege Iah der rullilche Bauer
Icheel auf den wirtlchaftlich beller geiteilten Kolonilten, der
nur zu oft lein Dienltherr war.
Als Arbeiter wurde er zwar von den Mennoniten nicht
lo Ichlecht behandelt wie bei den Großgrundbelitzern, aber
er war auch hier dem kapitaliltilch Starken nur ein minder¬
wertiger Untergebener und kein glei
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[Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922. Книга описывает историю меннонитской общины Саградовки в Украине в период революции и гражданской войны 1919–1920 гг. Автор, меннонитский священник, детально излагает пережитые соб] Dr. Dietrich Neufeld Mennonitentum in der Ukraine Schicksalsgeschichte Sagradowkas 19 2 2 Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from John and Mary A. Yaremko Foundation https://archive.org/details/mennonitentumind00nava_0 Mennonitentum * in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas. Von Dr. Dietrich Neufeld. 19 2 2 Selbstverlag. Emden, GroЯe OsterstraЯe 37. Alle Rechte Vorbehalten. Copyright by Dr. Dietrich Neufeld, Emden, GroЯe OfterltraЯe 37. Gedruckt in der Druckerei M. Wilkens, Emden. Von dens…