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Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922
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chgewerteter Bruder.
Solches Verhältnis war im übrigen Rußland noch weit
Ichärfer ausgeprägt. Das war den Armen Rußlands eine
Qual, die lie Ichließlich nicht mehr dulden wollten. Sie
Itrebten eine Umwälzung an.
Da kam der Krieg. Das gab Ichlauen Nationalilten
willkommenen Anlaß, den Unmut des Volkes von lieh auf
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die Fremdltämmigen zu lenken. Die Chauvinilten hetzten
den landarmen rullilchen Bauer nicht gegen den Groß-
grundbelitzer, londern auf den Kolonilten, der mit vielem
Fleiß leinen Acker bebaute. '
In Schriften, wie beilpielsweile in dem infamen Werke
„Rheingold“ oder in den Schriften eines gelehrten Fanatikers j
namens Bondar* *), wurde gewillenlos gelchürt gegen diele /i (
Wehrlolen, die nicht mehr geduldet werden gelchweige denn ^
Rechte haben lollten.
Jeder Bauer mußte Ichließlich in ihnen nichts anderes
als Verräter und Schufte lehen. ?
Es kam bekanntlich dahin, daß dielen loyalen Bürgern j
Rußlands, die in ihrer Naivität für den Vampyr-Zaren eifrig
beteten, die Sprache ihrer Mütter, die Sprache ihrer Gottes- 1
dienlte und Gebete verboten wurde. Und endlich ordnete
Zar Nikolaus, der mit Recht in der Gelchichte den Namen
„der Blutige“ trägt, die Enteignung und Verbannung der i
Mennoniten an, nur weil lie ehemals Deutlche waren. Ver- !
gebens wielen lie darauf hin, daß lie ebenlogut als Hol- j
länder gelten konnten, weil viele ihrer Vorfahren aus
Holland Itammten. h
Die ungerechte Behandlung während des Krieges war
nicht dazu angetan, bei den Kolonilten Liebe zum rullilchen
Volke zu wecken. Feindesliebe lucht man bei den meilten j
Kolonilten, auch bei den Mennoniten, vergebens: diele hohe
Stufe chriltlicher Nächltenliebe darf man bei den Kolonilten,
deren Kultur hinter ihren ethilchen Forderungen weit zu¬
rückbleibt, nicht erwarten.
r
' \
*) S. D. Bondar: Die Sekte der Mennoniten in Rußland*
Petrograd 1916.
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Gemellen an der Betonung ihres entlchiedenen Chriften-
tums lollte man freilich iolche fittliche Größe bei ihnen
vermuten dürfen.
Als im Jahre 1918 Deutlchland und Oelterreich-Ungarn
die Ukraine beletzten, wurde die bolfchewiltilche Land¬
verordnung aufgehoben. Naturgemäß entltanden dadurch
in dem Verhältnis der Kolonilten zu den Ruhen Schwierig¬
keiten, die auch von Mennoniten nicht immer im veriöhn-
lichen Geilte beieitigt wurden. Das brachte ihnen keine
Sympathien bei den Ruhen ein. Diele übertrugen ihren
Haß gegen die Okkupationsbehörden nach deren Abzug auf
die Kolonilten, weil diefe bei jenen in belonderer Gunlt
geltanden und Waffen zum Selbltlchutz erhalten hatten.
Wie eingangs erwähnt, nahmen die Mennoniten Sagra-
dowkas
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[Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922. Книга описывает историю меннонитской общины Саградовки в Украине в период революции и гражданской войны 1919–1920 гг. Автор, меннонитский священник, детально излагает пережитые соб] Dr. Dietrich Neufeld Mennonitentum in der Ukraine Schicksalsgeschichte Sagradowkas 19 2 2 Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from John and Mary A. Yaremko Foundation https://archive.org/details/mennonitentumind00nava_0 Mennonitentum * in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas. Von Dr. Dietrich Neufeld. 19 2 2 Selbstverlag. Emden, GroЯe OsterstraЯe 37. Alle Rechte Vorbehalten. Copyright by Dr. Dietrich Neufeld, Emden, GroЯe OfterltraЯe 37. Gedruckt in der Druckerei M. Wilkens, Emden. Von dens…