← Research LibraryExact extracted unit
Indexed source
Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922
Available for full-text research. Open the source to inspect original-language passages and page references.
VerificationThe full text is searchable; full source verification is not yet recorded.
Citation checksNo verified references are recorded yet
Research profileNot current yet
Text fragment 17 (not an original page number)
Unit 17 of 25. Only the selected source passage is shown.
aus¬
tür erreichen konnte, wurde er von Banditen, die inzwifchen
alle Höfe befetzt hatten, gehellt und ins Haus gewielen.
Dann folgten sie ihm. Seine Wohnung war nur eine kleine
Kate, aber nichtsdehoweniger verlangten die Räuber Geld
und Kleider. Es nützten keine Einwände: [ie trugen unter
Fluchen und Drohen das Letzte weg. Das Leben blieb ihnen
noch. Aber womit tollte man [ich von den nächhen Räubern
loskaufen ? Die Straßen füllten [ich immer mehr. Das
Schreien, Fluchen und Schießen klang to bedrohlich, daß
er an erneute Flucht denken mußte, wenn er [ich [einer
Familie erhalten wollte. Es war bekannt, daß man die
I
28
Männer Ichonungslos ermordete. Kaum war er draußen,
als er Iah, wie lein Nachbar Kliewer blutüberltrömt unter den
Säbelhieben der Furchtbaren im Nachbargarten zulammen-
brach. Frau Kliewer Ichrie herzzerreißend. Im Nu eines
Augenblicks verlchwand Ilaak, um lieh auf dem Dachboden
zu verltecken. Er vergrub lieh in der Spreu. Schon in der
nächlten Minute Iprengten Reiter auf leinen Hof. Er ver¬
nahm ihr Schreien. Man rief nach ihm. Kliewers Schicklai
tauchte vor leinen Augen auf. Noch tiefer verkroch er lieh.
Der Atem wollte ihm Ichier ausgehen unter der Spreu.
Schwere Tritte kamen die Bodentreppe hinan, ein Gewehr¬
kolben Itieß drohend auf. Nun fühlte er den Späherblick
den Boden abluchen. Regungslos verharrte er in todes¬
banger Erwartung. Die Minute wuchs zur Ewigkeit. Er
fürchtete erlticken zu müllen. Der Angltlchweiß trat ihm
auf die Stirn. Er mußte den Kopf freimachen. Den Späher
Iah er nicht; aber ein verdächtiger Brandgeruch durchzog
den Bodenraum. Da Itieg er herauf aus der Spreugruft; er
wollte nicht verbrennen. Vorlichtig näherte er lieh der
Treppe. Haus und Hof Ichienen verlallen.
Ilaak Itieg hinab. Sein Haus brannte nicht, aber andere
in der Nachbarlchaft. Im Vorgarten fand er leine Frau mit
den Kindern. Der Lärm der Straße verhallte. Die Räuber
zogen gerade zur Dorfltraße hinaus.
Wie Träumende Itanden lie vor dem Wunder ihrer
Rettung.
Auf anderen Höfen lagen die Männer erlchlagen, und
troltleere Augen Iahen in die Flammen, die ihre letzten
Hableligkeiten verlchlangen. —
In Orloff. Hier Iteht mein Geburtshaus. Als am
29. November Reiter durch die Straße Iprengten, machte
meine Stiefmutter den Vater auf die verdächtige Erlcheinung
29
aufmerklam. Bald kamen die eriten auf den Hof. Polternd
ftürzten fie ins Haus und verlangten Geld. Ein Zögern
machte fie wild. Einer riß das Gewehr von der Schulter:
„Glaubt Ihr, mir ift die Kugel zu Ichade?“ rief er.
Vater verluchte fie mit der Ausficht auf eine Mahlzeit
zu ber
Source excerpts
[Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922. Книга описывает историю меннонитской общины Саградовки в Украине в период революции и гражданской войны 1919–1920 гг. Автор, меннонитский священник, детально излагает пережитые соб] Dr. Dietrich Neufeld Mennonitentum in der Ukraine Schicksalsgeschichte Sagradowkas 19 2 2 Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from John and Mary A. Yaremko Foundation https://archive.org/details/mennonitentumind00nava_0 Mennonitentum * in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas. Von Dr. Dietrich Neufeld. 19 2 2 Selbstverlag. Emden, GroЯe OsterstraЯe 37. Alle Rechte Vorbehalten. Copyright by Dr. Dietrich Neufeld, Emden, GroЯe OfterltraЯe 37. Gedruckt in der Druckerei M. Wilkens, Emden. Von dens…