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Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922

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aus¬ tür erreichen konnte, wurde er von Banditen, die inzwifchen alle Höfe befetzt hatten, gehellt und ins Haus gewielen. Dann folgten sie ihm. Seine Wohnung war nur eine kleine Kate, aber nichtsdehoweniger verlangten die Räuber Geld und Kleider. Es nützten keine Einwände: [ie trugen unter Fluchen und Drohen das Letzte weg. Das Leben blieb ihnen noch. Aber womit tollte man [ich von den nächhen Räubern loskaufen ? Die Straßen füllten [ich immer mehr. Das Schreien, Fluchen und Schießen klang to bedrohlich, daß er an erneute Flucht denken mußte, wenn er [ich [einer Familie erhalten wollte. Es war bekannt, daß man die I 28 Männer Ichonungslos ermordete. Kaum war er draußen, als er Iah, wie lein Nachbar Kliewer blutüberltrömt unter den Säbelhieben der Furchtbaren im Nachbargarten zulammen- brach. Frau Kliewer Ichrie herzzerreißend. Im Nu eines Augenblicks verlchwand Ilaak, um lieh auf dem Dachboden zu verltecken. Er vergrub lieh in der Spreu. Schon in der nächlten Minute Iprengten Reiter auf leinen Hof. Er ver¬ nahm ihr Schreien. Man rief nach ihm. Kliewers Schicklai tauchte vor leinen Augen auf. Noch tiefer verkroch er lieh. Der Atem wollte ihm Ichier ausgehen unter der Spreu. Schwere Tritte kamen die Bodentreppe hinan, ein Gewehr¬ kolben Itieß drohend auf. Nun fühlte er den Späherblick den Boden abluchen. Regungslos verharrte er in todes¬ banger Erwartung. Die Minute wuchs zur Ewigkeit. Er fürchtete erlticken zu müllen. Der Angltlchweiß trat ihm auf die Stirn. Er mußte den Kopf freimachen. Den Späher Iah er nicht; aber ein verdächtiger Brandgeruch durchzog den Bodenraum. Da Itieg er herauf aus der Spreugruft; er wollte nicht verbrennen. Vorlichtig näherte er lieh der Treppe. Haus und Hof Ichienen verlallen. Ilaak Itieg hinab. Sein Haus brannte nicht, aber andere in der Nachbarlchaft. Im Vorgarten fand er leine Frau mit den Kindern. Der Lärm der Straße verhallte. Die Räuber zogen gerade zur Dorfltraße hinaus. Wie Träumende Itanden lie vor dem Wunder ihrer Rettung. Auf anderen Höfen lagen die Männer erlchlagen, und troltleere Augen Iahen in die Flammen, die ihre letzten Hableligkeiten verlchlangen. — In Orloff. Hier Iteht mein Geburtshaus. Als am 29. November Reiter durch die Straße Iprengten, machte meine Stiefmutter den Vater auf die verdächtige Erlcheinung 29 aufmerklam. Bald kamen die eriten auf den Hof. Polternd ftürzten fie ins Haus und verlangten Geld. Ein Zögern machte fie wild. Einer riß das Gewehr von der Schulter: „Glaubt Ihr, mir ift die Kugel zu Ichade?“ rief er. Vater verluchte fie mit der Ausficht auf eine Mahlzeit zu ber

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[Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922. Книга описывает историю меннонитской общины Саградовки в Украине в период революции и гражданской войны 1919–1920 гг. Автор, меннонитский священник, детально излагает пережитые соб] Dr. Dietrich Neufeld Mennonitentum in der Ukraine Schicksalsgeschichte Sagradowkas 19 2 2 Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from John and Mary A. Yaremko Foundation https://archive.org/details/mennonitentumind00nava_0 Mennonitentum * in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas. Von Dr. Dietrich Neufeld. 19 2 2 Selbstverlag. Emden, GroЯe OsterstraЯe 37. Alle Rechte Vorbehalten. Copyright by Dr. Dietrich Neufeld, Emden, GroЯe OfterltraЯe 37. Gedruckt in der Druckerei M. Wilkens, Emden. Von dens…