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Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922
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uhigen. Sie möchten lieh gedulden, leine Frau lolle
lofort den Tilch decken. Damit entfernte er lieh und floh
in den Garten. Er verlteckte die Mutter in einem entlegenen
Bretterhäuschen. Dann verlchwand er hinter der Maulbeer¬
hecke.
Im Haule war nur noch mein Bruder Abram geblieben.
Von ihm wurde die Auslieferung der Gewehre verlangt, die
man feit jener törichten Bewaffnung durch die deutlchen
Okkupationsbehörden immer bei den Mennoniten vermutete.
Aber in einem unbewachten Augenblick, als die Banditen
ihren Rundgang im Haule begannen, entfloh auch er und
erreichte die Waldplantage hinter dem Garten. Auch hier
von Reiterpolten geichreckt, luchte er auf dem Felde Rettung.
Der Nebel war ihm günitig.
Vom Feinde ungelehen, kamen hier von allen Seiten
junge Männer und Knaben zulammen. Unter ihnen waren
zwei meiner verheirateten und zwei jüngere Brüder.
Die Flüchtlinge mochten 2 km fortgekommen lein, als
plötzlich Reiter hinter ihnen erlchienen, die lie verfolgten
und bald einholten. Wie eine Schafherde wurden lie zurück¬
getrieben.
Als lie lieh der Waldung näherten, wagte mein Bruder
Johann einen Sprung ins Dickicht, um zu entkommen.
Aber lofort nahm ein Reiter die Verfolgung auf. Unentwegt
letzte er ihm nach, bis er ihn nach einer Jagd von bei¬
nahe einer halben Stunde erreichte und fortan nicht wieder
freigab. Er quälte ihn wie die Katze die Maus. Er zwang
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ihn, Strohhaufen anzuzünden, ftand abfeits und ließ Johann
die Zuverficht gewinnen, daß er entkommen könnte. Sobald
er aber die Flucht ergriff, kam ihm der Vampyr zu Pferd
nach. Man hat Johann über viele Höfe und die Straße
entlang laufen fehen und hinter ihm her den Todesreiter.
Diefe Flucht bedeutet eine Dauerleiftung, wie fie nur
ein feiten kräftiger Menfch aufbringen konnte. Aber die
fchwebende Todesgefahr hat ihn fchließlich verwirrt gemacht.
Augenzeugen behaupten, daß allem Anfcheine nach die klare
Ueberlegung ihn verlaffen hatte . . .
Man fand ihn fpäter auf einem fremden Hofe mit fünf
Stichwunden in der Bruft. Es muß ein ausgefucht faddiftifcher
Verbrecher gewefen fein, der fein Opfer fo lange quälen konnte,
um es fchließlich noch mit kalter Waffe langfam zu Tode
zu martern. —
Bruder Abram blieb beim eingetriebenen Haufen. Als
er zufammen mit den übrigen in die Dorfftraße hineinkam,
erkannten ihn zwei Banditen, die ihn zu Haufe gefehen
hatten. Sie nahmen ihn fofort aufs Korn. Aber der Tod¬
geweihte letzte mit einem mutigen Sprung über den hohen
Straßenzaun und lief in den Garten hinein. Schüffe fielen,
aber die Kugeln trafen nicht. Durch Hecken und Gärten
ging die Jagd auf
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[Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922. Книга описывает историю меннонитской общины Саградовки в Украине в период революции и гражданской войны 1919–1920 гг. Автор, меннонитский священник, детально излагает пережитые соб] Dr. Dietrich Neufeld Mennonitentum in der Ukraine Schicksalsgeschichte Sagradowkas 19 2 2 Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from John and Mary A. Yaremko Foundation https://archive.org/details/mennonitentumind00nava_0 Mennonitentum * in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas. Von Dr. Dietrich Neufeld. 19 2 2 Selbstverlag. Emden, GroЯe OsterstraЯe 37. Alle Rechte Vorbehalten. Copyright by Dr. Dietrich Neufeld, Emden, GroЯe OfterltraЯe 37. Gedruckt in der Druckerei M. Wilkens, Emden. Von dens…