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Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922

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Gedanke, ihm unerreichbar fern zu fein. Niemand kann ihn mir erfetzen. Kühn planten wir die Zukunft unferes Mennonitenvolkes. Wir liebten untere Heimat Sagradowka und fühlten uns mit ihr tief ver* bunden, auch wenn wir zürnend fchalten, fo oft der Torheit allzuwillig Ohr und Herz geöffnet wurden. Wie ift das Schickfal über Sagradowka hereingebrochen? Verfuchen wir einmal, all dem vorfichtig nachzufpüren, was dem großen Ereignis vorangegangen ift. * * * Die Mennoniten Sagradowkas fahen die Revolution in Rußland kommen, ohne zu wiffen, welche Umftände fie not¬ wendig gemacht hatten, noch zu ahnen, wohin fie führen würde. Sie löfte bei ihnen, wie bei allen deutfchfprechenden Koloniften der Ukraine, zuerft reine Freude aus: Das Ent¬ eignungsverfahren gegen fie wurde aufgehoben. Die Zaren¬ regierung, die den fkrupellofen Erlaß der Enteignung und Verbannung aller Deutfchruffen des Südens herausgegeben hatte, war geftürzt worden. Jeder durfte bleiben, wo er bisher gewohnt hatte. Dankbar begrüßten das die Menno¬ niten Sagradowkas. Sofern die Revolution ihnen günftig war, wurde fie von ihnen begriffen. Alles weitere Gefchehen war ihnen unfaßbar. Die Landfrage, die für den ruffifchen 9 Bauer Io brennend war, bewegte lie zunächlt nicht. Die elementare Wucht der Revolution fchreckte die ahnungsloien Mennoniten. Begreiflicherweiie, denn bald war es leiden- [chaftliche Roheit eines verarmten und geknechteten Volkes mit niedrigem Bildungsltand, die vorhergehend wurde. Als dann die deutlchen und ölterreichiichen Truppen durch die Beletzung der Ukraine die Revolution unterbrachen, be¬ grüßten die Mennoniten die neuen Machthaber, in deren Gunlt fie bald geraten lollten. In Sagradowka hatte man lieh ebenlowenig um Weltpolitik gekümmert, wie in irgend¬ einer anderer! Kolonie der Ukraine. Man ahnte daher nicht, daß die deutlch-ölterreichilche Herrlchaft nur kurz und vorübergehend lein würde. Die Okkupationsmächte ihrerleits taten alles, um ihnen den Glauben an eine Dauer ihrer Herrlchaft zu erhalten. Dies gelang ihnen um lo beller, je mehr lie lie in belondere Gunlt nahmen. Da die Zarenregierung die Kolonilten wegen ihrer fremden Abltammung verfolgt hatte, nahmen lie die neuen Machthaber in belonderen Schutz. Ueberdies waren die Mennoniten keine Revolutionäre, von denen ihnen Ge¬ fahr drohte. Waren lie doch lelblt unter dem Zarenregime Itets folglame Bürger geblieben, getreu dem Spruche: „Seid untertan der Obrigkeit, die Gewalt über Euch hat!“ Den Kolonilten tollte wirtlchaftlich aufgeholfen werden, verlprachen die Okkupationsmächte. Die rullilchen Bauern dagegen Iahen lieh um den Erfolg

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[Mennonitentum in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas., Dr. Dietrich Neufeld, 1922. Книга описывает историю меннонитской общины Саградовки в Украине в период революции и гражданской войны 1919–1920 гг. Автор, меннонитский священник, детально излагает пережитые соб] Dr. Dietrich Neufeld Mennonitentum in der Ukraine Schicksalsgeschichte Sagradowkas 19 2 2 Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from John and Mary A. Yaremko Foundation https://archive.org/details/mennonitentumind00nava_0 Mennonitentum * in der Ukraine. Schicksalsgeschichte Sagradowkas. Von Dr. Dietrich Neufeld. 19 2 2 Selbstverlag. Emden, GroЯe OsterstraЯe 37. Alle Rechte Vorbehalten. Copyright by Dr. Dietrich Neufeld, Emden, GroЯe OfterltraЯe 37. Gedruckt in der Druckerei M. Wilkens, Emden. Von dens…