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Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921

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Dachlparren am Giebel verlteckt. Weh mir, wenn fie gefunden werden! Wenn he ein Ver- Iteck entdecken, benehmen tie lieh, als ob , wir ein Staatsverbrechen begangen hätten und verlchonen fortan nichts. Mein Freund und ich find belorgt um die Zukunft unterer Anliedelung. Sie haben es auf untere Ver¬ nichtung abgetehen. Leute, die keine Ahnung von der Politik und Weltlage haben, hoffen auf Deuttchlands Hilfe. Sie glauben, deuttche Truppen werden wieder¬ kehren, um nochmals die Ukraina zu betetzen. Man itt mir gram, wenn ich diete llluttion zerttören möchte. Es nützt doch wahrhaftig nicht, teine Hoffnung auf Sand aufzubauen. Deultchland itt betiegt, und wenn wir auch nicht witten, wie der Friede ausgefallen itt, to itt es immerhin undenkbar, daß man Deuttchland die Ukraina zur Betetzung Überlatten wird. * * * Chortitza-Rosenthal, am 27. September 1919. Heute itt der ertte Tag, an dem die Anarchisten nicht mehr durch untere Straßen ziehen. Sechs Tage lang währte nntere Heimtuchung. Verängttigt und zaghaft kommen die Mentchen aus ihren Häutern und treten in kleinen Gruppen zutammen. Jeder will fein Herz austchütten, um fein Gemüt zu entlaßen. Wie lieht es nun aus in dielen ehemals to tauberen und ordentlichen Hofdörfern! Selbtt die Hausfrauen, die tontt keine Unordnung im Haute ertragen können -- auch tie latten ermattet die Hände im Schoß liegen. Was haben diete Frauen ertragen mühen in dieten Tagen! Tag und Nacht haben tie den wütten Rohlingen gedient. Man hat kaum Kraft, tich zu freuen darüber, daß die Anarchitten uns verlatten haben. Die Familien¬ häupter denken an die Zukunft. Die Wintertaat muß eingetät werden. Aber die Pferdettälle find leer. Kadaver liegen an Straßen und Wegen, wo die tolle Fahrt der Machno-Bande vorüberging. 27 Warum? Und was nun? Das find die Fragen, worauf die wenigften eine Antwort finden. Die Machno-Anarchiften wollen über uns deutfche Kolonisten hergefallen fein in der Annahme, wir hielten es mit Denikin. Es kann freilich nicht ge¬ leugnet werden, daß die Koloniften, wie wohl fie neutral zu fein vorgeben, doch der Gegenpartei der ruffifchen Bauern mehr Sympathie entgegenbringen. Während die ukrainifche Bauernfchaft Sich auflehnte gegen die Wiederherftellung des alten Regimes, blieben die Koloniften loyal. Sie ließen fich iogar anwerben; allerdings wurden fie betrogen; man iagte ihnen, daß fie ohnehin bald mobilisiert werden würden und verfprach ihnen, fie als Selbftfchutz in ihrem eigenen Gebiet zu organisieren. Was wußten unfere Hoffiedler von Politik! Viele junge Söhne, die infolge der deutfchen Okkupation deutfch-na

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[Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921. Дневник меннонита Дитриха Неуфельда, описывающий трагедию колонии Чортитца во время правления Махно в 1919-1920 гг. Автор документирует насилие, грабежи и убийства, направленные пр] Ein Tagebuch aus dem Reiche des TOTENTANZES Selbltverlag des Verfahers Dietrich Neufeld, Emden Alle Rechte Vorbehalten 19 21 Druckerei M. Wilkens, Emden V DK 5 Og .2 l ! 37 J*- ' hi- * . ** i'* <*- 'S" Vorwort. Ich ruf es in die Welt hinaus, Und mag es laut und schrill ertцnen, Und tuts den zarten Ohren weh Ich kann dem Drang nicht wehren! Des Herzens Not verlangt Gehцr, Die Welt, sie muss es hцren! Denn unsrer Seelen Not ist schwer; Es muss der Schrei die Lцsung bringen ! Es ist notwendig, daЯ die Welt erfahre, wie es in jenem, gleichiam ve…