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Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921

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e. Die Kühe werden gelchlachtet und reicher Braten wird aufgetilcht. So leben diele neuen Herricher! * * * Chortitza-Rosenthai, am 6. Oktober 1919. Seit vier Tagen kommen wir nicht aus den Kleidern. Vorige Nacht hatten wir 19 Mann zu beherbergen. Zuerlt waren es nur 8 Mann. Nach und nach vergrößerte lieh ihre Zahl. Um Mitternacht kamen die letzten. Für jeden mußte ;eine^ Mahlzeit bereitet werden. Die Letzten hatten einen Verwundeten bei lieh. Noch niemand hörte ich lo fluchen wie dielen Mann, der -eine Bleikugel im Leibe hatte. Heute morgen gab es für Frau Grete eine große Aufregung. Jemand von den Beherbergten hatte nachts die 100 Eier gefunden, die lie lo lange verlteckt gehalten hatte. Sie waren für den Winter zurück¬ gelegt. Frau Grete weigerte lieh, alle Eier auf einmal zu kochen. Ihre Geiltesgegenvvart machte oft die Verwegenlten Sftutzig; aber diesmal kam lie fast in Lebensgefahr durch ihren Widerlpruch Auch lie mußte parieren. Die anderen; find eben die Gebieter. Die Polternden unter ihnen lind allemal nicht die gefährlichlten. Es gibt lolche, die nicht viel Wore machen, londern bei der erlten Regung handeln: lie zaudern keinen Augenblick, einen Menfchen nieder- zultechen. Sie kennen keine inneren Hemmungen. Es lind echte Anarchisten, die kein Gebot kennen 31 Ich hätte Luft, die Plyche dieler Menlchen zu erforlchen. Aber ein Forlcher müßte unbeteiligt fein Mir gehts zu tief durchs Herz. Chortitza-Rofenthal, am 7. Oktober 1921- Geftern abend verließ untere Einquartierung das Haus, um an die Front zu gehen. Am Dnjepr entlang hat sich eine Kampffront gebildet. Für den Kampf scheinen auch diese sonst so regellosen Haufen eine gewisse Organisation zu haben. — Es ist ein wüstes Knattern und Schießen. Von der Gegenseite, von der Stadt Alexandrowsk aus, wird unser Ort aus Geschützen beschossen. Aber das schreckt uns nicht. Ganz nahe unserem Hause krepierte ein Geschoß mit einem ohrenbetäubenden Knall Die Splitter liegen vor unserer Haustür. Wir atmen auf, weil wir glauben, daß es eine Frontverschiebung gibt. Der Kirchenälteste hat sein Häuschen verlassen müssen. Er hat gar nichts gerettet. Er muß sich verstecken. Ein paar Nächte versteckte ich ihn in meinem Zimmer. Er hört schwer und bat mich, ihn zu wecken, falls er einschlafen sollte. Der alte Mann, der sein Lebtag ein wahrer Seelsorger gewesen ist, schläft hier wie ein Flüchtling ohne Ruh und Haus in meinem Bett. Es ist tragisch. Man hat es auf ihn besonders abgesehen. Er weiß nicht, wie sehr man ihm nachstellt. Wir schonen ihn. Aber heute nacht soll er fort; wir wollen ihn

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[Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921. Дневник меннонита Дитриха Неуфельда, описывающий трагедию колонии Чортитца во время правления Махно в 1919-1920 гг. Автор документирует насилие, грабежи и убийства, направленные пр] Ein Tagebuch aus dem Reiche des TOTENTANZES Selbltverlag des Verfahers Dietrich Neufeld, Emden Alle Rechte Vorbehalten 19 21 Druckerei M. Wilkens, Emden V DK 5 Og .2 l ! 37 J*- ' hi- * . ** i'* <*- 'S" Vorwort. Ich ruf es in die Welt hinaus, Und mag es laut und schrill ertцnen, Und tuts den zarten Ohren weh Ich kann dem Drang nicht wehren! Des Herzens Not verlangt Gehцr, Die Welt, sie muss es hцren! Denn unsrer Seelen Not ist schwer; Es muss der Schrei die Lцsung bringen ! Es ist notwendig, daЯ die Welt erfahre, wie es in jenem, gleichiam ve…