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Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921

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n ftarkes Erlebnis hat offenbar eine ungemein ftarke Reaktion wachgerufen, die er verdrängen mußte. Und jene Verdrängung macht es pfychologifch verftändlich, daß er in feiner Rache¬ handlung ein Auswirkungsventil gefunden hat. - Man kann es begreifen bis zu einem gewissen Grade; aber unfere Lage bleibt nichtsdestoweniger traurig, nein tragilch, im höchsten Grade tragisch! * * * Chortitza-Rofenthal, am 11. Oktober 1919. Wir waren in arger Aufregung. Bis jetzt Land die Kuh, die Frau Grete aus dem Stalle ihres Bruders 36 entführt hatte, bei uns im Stalle an Stelle der ver¬ endeten. irgendeiner der Banditen ilt bei der Ent¬ führung Frau Grete gefolgt oder hat es auf andere Weile auslpioniert, daß die Kuh aus dem Stalle des verlallenen Hofes Itammt. Nun kam er heute und forderte die Kuh zurück. Frau Grete wandte lieh an unlere Einquartierung. Sie möchten doch dafür ein- treten, daß die Kuh uns erhalten bliebe, wenn lie künftighin Milch trinken wollten. Allein, das war zu viel verlangt, daß lie für uns einltehen lollten gegen ihre eigenen Diebsgenollen. Woher die Milch kam, war ihnen gleichgültig, verzichten würden lie nicht darauf. Da lohten wir zulehen. Der fremde Reiter nahm allo die Kuh und ritt davon. Frau Grete aber gab die Sache nicht auf, denn lie hat eine alte Mutter und zwei Kinder im Haule, die Milch nicht entbehren können. Sie wußte ferner, daß die einquartierten Anarchien nach wie vor Milch verlangen würden. Daher ging Frau Grete dem Räuber nach und begann einen Handel mit ihm. Er lolle ihr die Kuh verkaufen, Ichlug lie vor. Jener verlangte zehntaulend Rubel Sie bot ihm taufend, wiewohl lie auch diele Summe nicht bar hatte. Nach langem Fei liehen wollte der berittene Bandit, der mit der Kuh nicht ralch fortkominen konnte, lie uns für dreitaulend Rubel zurückgeben. Nun eilte Frau Grete von Haus zu Haus, um diele Summe leihweile zulammenzubringen. Ich hatte irgend¬ wo mein Geld verlteckt u. wußte nun lelblt nicht mehr, an welchem Ort. Ich entlann mich aber, daß es auf dem Boden unter dem Dache lein mußte. Ich Itieg leile auf Strümpfen die Treppe hinauf, um es unlere Gälte es nicht merken zu lallen. Bald fand ich zum Glück das Verlteck und eilte nun auf den Feldweg, wo der Bandit langlam mit der Kuh davonritt. Er hatte den Handel für Ich nicht bindend gehalten. Ich bot ihm das Geld; aber er verlangte nun eine größere Summe. Ich hatte Mühe, ihm glaubhaft zu machen, daß die arme Frau kein Geld habe. Dann führte ich die Kuh, lo ralch es anging davon und verfteckte lie in dem kleinen Stalle. Nach einiger Zeit kehrte

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[Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921. Дневник меннонита Дитриха Неуфельда, описывающий трагедию колонии Чортитца во время правления Махно в 1919-1920 гг. Автор документирует насилие, грабежи и убийства, направленные пр] Ein Tagebuch aus dem Reiche des TOTENTANZES Selbltverlag des Verfahers Dietrich Neufeld, Emden Alle Rechte Vorbehalten 19 21 Druckerei M. Wilkens, Emden V DK 5 Og .2 l ! 37 J*- ' hi- * . ** i'* <*- 'S" Vorwort. Ich ruf es in die Welt hinaus, Und mag es laut und schrill ertцnen, Und tuts den zarten Ohren weh Ich kann dem Drang nicht wehren! Des Herzens Not verlangt Gehцr, Die Welt, sie muss es hцren! Denn unsrer Seelen Not ist schwer; Es muss der Schrei die Lцsung bringen ! Es ist notwendig, daЯ die Welt erfahre, wie es in jenem, gleichiam ve…