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Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921

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s die Läufe. Ich möchte ganz gern zu Grunde gehen, wenn nur die Idee des Kommunismus obliegt.“ Ein ganz eigenartiger Bolschewik. So sind die Kom¬ munisten in Rußland sonst nicht; sie wollen herrschen und nicht Märtyrer sein. Dem Hans muß man es glanben, daß er ehrlich ist: denn es ist nicht die Spur Eigennutz an ihrn. Wer will einen Stein auf diesen Menschen werfen? So wie Hans sind die anderen nicht! aber es ist doch eine Gruppe, die sich von den übrigen gesondert hält Auch Fedja behauptet, die Handlungsweiie der Machno-Anarchiften zu verablcheuen. Ungern fe< er mitgezogen, denn er habe feine junge Frau zurück- gelalfen, um die er nun in Sorge fei, weil er fchon feit Monaten nichts mehr von ihr gehört habe. Er ftammt aus Gulja Polje, dem großen Marktflecken, wo Machno zu Haufe ift, und der nun im Volksmunde Machno- grae heißt, nach der Analogie von , .Petrograd“. Machno begann hier in feiner Zentrale alle, die nicht zu ihm hielten, auszurotten, Wer alfo fein Leben und fein Eigentum retten wollte, ließ fich von Machno einftellen. 47 9 Machno ift ungemein liftig und tatkräftig. Er hat 12 Jahre in Sibirien Strafarbeit getan, io wird erzählt, und da iit iein Rachebedürfnis entbanden. Seine Blut¬ gier muß grenzenlos iein. Er zögert nie. Als er mit Grigorjew, einem ebenfalls populären Abenteurer in der Ukraine, verhandelte, ichoß er ieinen Rivalen ein¬ fach nieder. Das war für ihn die einfachste Löiung. Ein Menichenleben gilt ihm garnichts. Der Kurs des Menschenlebens ist zur Zeit in der Ukraina noch nie¬ driger als in Gross-Russland. Eine ganz eigenartige Reaktion ist es, das dieselben Russen — die Ukrainer sind ja offengestanden nicht nur Slaven, wie die Gross¬ russen, sondern stehen diesen so nahe, dass man sie von jenen dem Wesen nach nicht unterscheidet — die sonst so gern und so viel unterhandelten, jetzt zum Handeln übergegan sen sind. Die Machno-Anarchisten jedenfalls verhandeln nie: ihre stereotype Wendung ist „keine Unterredungen“ (nje rasgowariwaty!)- Aber vielleicht dürfte man dieie Beobachtung nicht verall¬ gemeinern. Nein, denn die weniger verdorbenen Anarchisten können, wenn sie satt und warm sind, stundenlang philosophieren. Das tut der Hans, das tut auch Fedja. Diese beiden werden ganz zahm. Sie haben sich sogar Lektüre erbeten von meinem Freunde und nun lesen sie tagelang in den Werken Turgenews und Lermontoffs. Der Dicke — so nennen wir einen Bauern, der zur Telefon-Abteilung gehört — hat Freude an einem gut gepflegten Aeußeren. Er trägt sehr gute und stets blanke Stiefel. Sein Anzug ist aus beneidenswert gutem englisch

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[Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921. Дневник меннонита Дитриха Неуфельда, описывающий трагедию колонии Чортитца во время правления Махно в 1919-1920 гг. Автор документирует насилие, грабежи и убийства, направленные пр] Ein Tagebuch aus dem Reiche des TOTENTANZES Selbltverlag des Verfahers Dietrich Neufeld, Emden Alle Rechte Vorbehalten 19 21 Druckerei M. Wilkens, Emden V DK 5 Og .2 l ! 37 J*- ' hi- * . ** i'* <*- 'S" Vorwort. Ich ruf es in die Welt hinaus, Und mag es laut und schrill ertцnen, Und tuts den zarten Ohren weh Ich kann dem Drang nicht wehren! Des Herzens Not verlangt Gehцr, Die Welt, sie muss es hцren! Denn unsrer Seelen Not ist schwer; Es muss der Schrei die Lцsung bringen ! Es ist notwendig, daЯ die Welt erfahre, wie es in jenem, gleichiam ve…