Avakum
Checking archive
← Research Library
Needs review

Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921

Available for full-text research. Open the source to inspect original-language passages and page references.

179 passagesText fragments 1–60; these are not original page numberslanguage not recorded
VerificationThe source is searchable, but its quality passport requires another review.
Citation checks185 verified of 185 unique references recorded
Research profileNot current yet

Text fragment 39 (not an original page number)

Unit 39 of 60. Only the selected source passage is shown.
Exact extracted unit
Menichen. Es mühen [ich herzbrechende Szenen abgeipielt haben, wobei Frauen in der Verzweiflung mit ihren Leibern ihre Männer oder Söhne zu ichützen verfocht, aber nur ihr Leben eingebüßt haben. Die meiften Witwen find mit ihren Kindern, viele in Nachtkleidern, barfuß in die Froftnacht hinausgeflohen. Sie haben Zuflucht gefocht in dem vier Werft entfernten deutfchen Nachbar¬ dorf. Jedoch auch dort [ollten he auch nicht zu Atem kommen. Die gleiche Metzelei begann auch hier. Unerklärlicherweife hat [ich das Tragödienfpiel nur auf zehn Höfen abgeipielt. Dann lind jene Räuber, von denen viele als Bewohner des nächften ukrainischen Ruhendorfes erkannt worden find, wieder abgezogen. Von den vierzig Höfen des verlahenen Dorfes Eichfeld fahren die Ruhen der Nachbardörfer in großen Trans¬ porten alias bewegliche Inventar davon. Auch die Dächer werden abgetragen und weggelchleppt. Mit Hocfopannung warten wir auf unter Ver¬ hängnis. Die Spannung iibertäubt alle Qualen, die wir [onft tagtäglich ertrugen und die uns io empfindlich peinigten. Noch hat man uns vor die Entfcheidung nicht geftellt. Aber daß wir mit Räubern nicht pak- ieren können, ift [onnenklar. Morgen kommt das vierte Regiment zurück und das [echfte kommt an [einer itatt an die Front. Wir kennen jene Helden ichon zur Genüge. Da haben [ich die rabiateften Teufel zulammengefunden. Wir zittern. Wir wihen, was gefchehen kann. * * * 51 Am 26. Oktober. Unfer Kommandant teilte mir heute mit, daß die Erregung unter den Anarchien nachgelallen hat. Mag fein, daß ihre Kampflage lieh etwas gebelfert hat. In den letzten Tagen waren die Telefonilten lehr aufgeregt am Telefon. Heute Iprechen lie nicht lo viel. — Ich hörte geltern, daß lie lieh untereinander darüber unter¬ hielten, ob die Hauptltadt Jekaterinoslaw noch in ihrem Belitz lei oder nicht. Obwohl wir die Ohren Ipitzen, dürfen wir jedoch nie direkt nach ihrer Kampfeslage fragen, um nicht in den Verdacht zu kommen, daß unler Verhalten nicht mehr neutral ilt. Die Haltung der Anarchisten ilt uns gegenüber drohend genug. Es gibt eine belondere Inquilitionsabteilung unter ihnen, die lieh den Anlchein gibt, Oegenlpionage zu betreiben. An der Spitze Iteht der berüchtigte Batjko Prawda. Man nennt ihn die rechte Hand Machnos. Er ilt ein Mann von ungewöhnlich kräftiger Konltitution, dem nur die Füße fehlen. Sie lind ihm früher amputiert wordrn. Er Iteht und geht auf künltlichen Füßen, die er an leinen kurzen Beinen angebracht hat. Er loll früher Bettler gewelen lein. Jetzt ilt er neben Batjko Machno ein Glanzltern unter den Anarchisten, die ihm logar den Z

Source excerpts

[Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921. Дневник меннонита Дитриха Неуфельда, описывающий трагедию колонии Чортитца во время правления Махно в 1919-1920 гг. Автор документирует насилие, грабежи и убийства, направленные пр] Ein Tagebuch aus dem Reiche des TOTENTANZES Selbltverlag des Verfahers Dietrich Neufeld, Emden Alle Rechte Vorbehalten 19 21 Druckerei M. Wilkens, Emden V DK 5 Og .2 l ! 37 J*- ' hi- * . ** i'* <*- 'S" Vorwort. Ich ruf es in die Welt hinaus, Und mag es laut und schrill ertцnen, Und tuts den zarten Ohren weh Ich kann dem Drang nicht wehren! Des Herzens Not verlangt Gehцr, Die Welt, sie muss es hцren! Denn unsrer Seelen Not ist schwer; Es muss der Schrei die Lцsung bringen ! Es ist notwendig, daЯ die Welt erfahre, wie es in jenem, gleichiam ve…