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Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921
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unamen Batjko (Väterchen) gegeben haben.
Er kennt keine Rücklicht und Ichrickt vor keinem
Mittel zurück, Menlchen zu quälen. Nicht von uns
wohnt ein Mann, der Mitinhaber einer Fabrik war.
Offenbar vermuten lie bei ihm Geld und da hat Batjko
Prawda ein Verhör mit ihm angelteilt, Er loll geltehen,
wo er Gewehre verlteckt hat. Da er keine belitzt,
begann man die Inquilition. Man knutete ihn, man
entkleidete ihn und letzte ihn auf eine Flamme, dann
wieder errichtete man einen Galgen, knüpfte ihn auf,
bis er am Verlcheiden war und ließ ihn wieder auf
die Erde. Quälereien in dieler Richtung gehen noch
viel weiter.
Vor einiger Zeit Itäupte man einen Mann P.,
damit er angebe, wer von den Deutlchen Gewehre
verlteckt halte. Als die Qual unerträglich wurde, hatte
der Mann die Schwäche, einige Namen zu nennen,
um nur nicht mehr gefoltert zu werden. Darauf nahm
man die genannten Männer vor. Es waren zwei
meiner Schüler, junge Lehrer. Während drei Tagen
hat man lie falt Itündlich mit Bleiknuten geichlagen,
daß lie Ichließlich flehentlich ihre Peiniger um die
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Gnadenkugel baten. Man Ichickte fie Ichließlich heim,
aber nun liegen lie da und man verlicherte mir, daß
keine Stelle am ganzen Körper heil geblieben wäre.
Man habe die in die Wunden verheilten Kleider nur
mit größter Mühe abnehmen können. Jetzt liegen die
armen unlchuidigen Opfer in ihren Eiterwunden, und
man weiß nicht, auf welche Seite man fie ichmerzlos
betten toll.
Einen Familienvater, Mühlenbelitzer, haben fie
derart mißhandelt, daß er nach zwei Tagen gewor¬
ben i(t. —
Und diele Inquilitoren waren auch bei uns. Sie
gaben vor, mein Freund und ich hielten zwei Ballen
Kleidertuch verlteckt. Diele ungeheuerliche Behauptung
hatte den gleichen Zweck, uns zu quälen. Ich war
nicht im Haus, und es wurde nach mir gelchickt.
Mein Freund aber wandte lieh, als man ihn mit den
Waffen bedrohte, an untere Einquartierung, und diele
lenkte das Unheil ab. Jene gingen darauf zu unlerem
alten Nachbarn und durchluchten dellen Haus und
fanden ein Stück Sohlenleder, was zu unlerer Zeit
mehr wert ilt als Geld. Damit hatte es diesmal lein
Bewenden. Diele Inquilitoren luchen lieh täglich neue
Opfer aus.
Jeder leufzt: Los von dielen Peinigern!
* *
*
Am 27. Oktober.
Ein jeder hat lein belonderes Schicklal. Kaum
eine Familie, Icheint mir, hat lo viel Schicklalslchläge
erdulden müllen, wie die Familie W. Ich lernte lie
kennen Ichon während unlerer Sklavenzeit. Das Haus
dieler Familie Iteht nicht fern ab von uns und ilt zu
erreichen, ohne daß man auf die Straße zu gehen
braucht. Nachdem ich die Familie e
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[Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921. Дневник меннонита Дитриха Неуфельда, описывающий трагедию колонии Чортитца во время правления Махно в 1919-1920 гг. Автор документирует насилие, грабежи и убийства, направленные пр] Ein Tagebuch aus dem Reiche des TOTENTANZES Selbltverlag des Verfahers Dietrich Neufeld, Emden Alle Rechte Vorbehalten 19 21 Druckerei M. Wilkens, Emden V DK 5 Og .2 l ! 37 J*- ' hi- * . ** i'* <*- 'S" Vorwort. Ich ruf es in die Welt hinaus, Und mag es laut und schrill ertцnen, Und tuts den zarten Ohren weh Ich kann dem Drang nicht wehren! Des Herzens Not verlangt Gehцr, Die Welt, sie muss es hцren! Denn unsrer Seelen Not ist schwer; Es muss der Schrei die Lцsung bringen ! Es ist notwendig, daЯ die Welt erfahre, wie es in jenem, gleichiam ve…