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Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921

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O diese Kerle! Heute kamen drei unheimliche Gesellen in hohen, zottigen Mützen, gehüllt in kost¬ bare Pelze, und stellten ein Verhör mit mir an. Ich konspieriere gegen sie, ich organisiere gegen sie. Sie wollen beobachtet haben, daß Männer zu mir kommen und ich selber von Zeit zu Zeit ausgehe und Besuche 62 mache. Ich loll mein verftecktes Malchinengewehr herausgeben. Ich gab ihnen zu verliehen, daß ich aus all dielem nur einen Vorwand für ihre gep]ante Willkür erkannte. Wir kennen bereits die Methoden dieler „Helden“, die Wehrlolen gegenüber ungemein tapfer lind. Mich erregte nicht der Gedanke an den Tod, aber mich Ichreckte die Vorltellung von vorhergehenden Foltern. Haben lie doch unlänglt Frau Gretes Bruder mit Bleiknuten Io gelchlagen, daß er hilflos in leinem Blute liegen blieb. Ich berief mich auf unlere Einquartierung, und diele wagte nichts Ungünltiges über mich auszufagen. „Allo,“ Ichloß ich kurz, „habe ich euch nicht weiter Rede zu Itehen“ und ging ruhig meiner Wege. Was lie untereinander noch belprochen haben, weiß ich nicht, aber die drei verließen das Haus. Die Kranken hat das Auftreten der rohen Gelellen Itark erregt. Ihr Zuftand hat [ich verlchlimmert. * * * Am 18. Dezember. Meine Temperatur ilt auf 39 Grad geltiegen. An meine Erkrankung muß ich glauben. Es war eine böle Nacht. Ich konnte nicht aufrecht bleiben. Aber es gab keinen Platz für ein Lager für mich in dem einzigen Zimmer. Ich mußte mich Ichon in Frage¬ bogenform krümmen und die Füße unter das Bettgelteil meines Freundes Itecken Ihn mußte ich ja bedienen: er warf fortwährend leine Decke von sich. Frau Grete behauptet, ich hätte französisch gesprochen. Sollte ich im Fieber gesprochen haben? Übel genug war mir zu Mute. Mag sein was will, eins ist gewiß die Anarchisten flüchten. Sie haben beim Abschied für Dienst und Pflege kein dankbares Wort für uns, nein! Wahrhaft teuflisch betragen sie sich. Statt an ihren Gegnern, denen sie weichen müssen, rächen sie sich an uns. Sie laufen durch alle Zimmer und suchen, was sie noch mit¬ nehmen können. Dabei schonen sie in keiner Weise die Kranken. Meinem kranken Freunde hielt einer die Pistole vor die Brust, damit er angebe, wo er sein 63 Geld hätte. Andere bedrängten Frau Grete roh, daß ich für ihr Leben fürchtete. Ich ging ihnen nach bei ihrem Rundgang durch das Haus Sonderbar, niemand vergriff ‘sich an Sachen, die ich als die meinen bezeich- nete. Nur einen Pelz nahmen sie mit, den ich auf dem Boden versteckt gehalten hatte. Mögen sie uns nackt zurücklassen, wenn sie nur nicht wiederkommen! Und do

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[Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921. Дневник меннонита Дитриха Неуфельда, описывающий трагедию колонии Чортитца во время правления Махно в 1919-1920 гг. Автор документирует насилие, грабежи и убийства, направленные пр] Ein Tagebuch aus dem Reiche des TOTENTANZES Selbltverlag des Verfahers Dietrich Neufeld, Emden Alle Rechte Vorbehalten 19 21 Druckerei M. Wilkens, Emden V DK 5 Og .2 l ! 37 J*- ' hi- * . ** i'* <*- 'S" Vorwort. Ich ruf es in die Welt hinaus, Und mag es laut und schrill ertцnen, Und tuts den zarten Ohren weh Ich kann dem Drang nicht wehren! Des Herzens Not verlangt Gehцr, Die Welt, sie muss es hцren! Denn unsrer Seelen Not ist schwer; Es muss der Schrei die Lцsung bringen ! Es ist notwendig, daЯ die Welt erfahre, wie es in jenem, gleichiam ve…