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Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921

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nach unierer Zukunft. Wir iehen ausnahmslos ins Schwarze oder iehen ein Fragezeichen. Was ioll werden? Geitern brachte man meinen armen Wirtsleuten noch zwei Waiienkinder ins Haus. Es lind Kinder ihrer Verwandten. Ihre Eltern hatten einen großen ichönen Hof. Sie lind tot. Das Vieh ift gettohlen. Die Häuier — verbrannt. Zerlumpt und zerriüen find ichon die letzten Kleider dieier beiden Jungen; der eine iit lieben, der andere neun Jahre alt. Sie waren kaum einige Stunden im Hauie, da kam der Jüngite ängitlich Icbreiend zur neuen Pflegemutter gelaufen und rief immerfort: „Sie kommen, iie iind da! — Er hatte auf der Straße bewaffnete Reiter geiehen. Das Kind trug in [einer Seele die Gefühls¬ erinnerungen an jenen verhängnisvollen Befuch, als fein Vater und [ein 17 jähriger Bruder vor [einen Augen ermordet wurden. Wir trotteten ihn, denn es waren Bolfchewiki, die im Vergleich zu den Anarchitten Engel lind. Ja, die Kinder! Um [ie und ihre Zukunft itt uns bange. Und es lind ihrer lo viele. Die deutlchen Kolonitten legten [ich keinerlei Beichränkung auf in bezug der Zahl der Kinder. In jeder Familie lind 7 bis 12 Kinder. Jetzt itt das Problem der Ernährung und Bekleidung zu einem rieligen Problem geworden. Lebten wenigttens die Väter und Mütter; aber gerade Iie griff die heimtückikhe Krankheit fo heftig an, daß Sie widerttandslos dem Tode zum letzten Tanze folgten. * * * Am 17. Februar. Die Sonne wird mit jedem Tage freundlicher. Wir gehen doch dem Frühling entgegen. Aber bis Ende 74 April miillen die Krankenzimmer geheizt werden. Wir lind io empfindlich gegen Kälte. Die Bäume lind bald alie gefällt. Wälder gibt es nicht in unierer Steppe. Das Holz Nord-Rußlands liegt für uns eberiio fern, wie der Wald in Zentral-Afrika. Die wenigen Lokomotiven, die es noch gibt, fördern Züge mit Menlchen aus dem Norden herbei, um den Krieg gegen den General Wrangel zu führen, der aus der Krim nach Norden vordringt. Die Getreidemühlen [teilen nach und nach den Betrieb ein, denn es gibt keine Kohlen, kein Holz, keine Oele, keine Treibriemen mehr. Die Mehlpreiie iteigen phantaltilch an und wir verkaufen an Speku¬ lanten die unentbehrlichen Möbel und [elbft Häufer zum Abbrechen, um Zahlungsmittel in die Hand zu bekommen. * * * Am 18. Februar. ZuTauienden ziehen bollchewiltilche Truppen durch unieren Ort und machen hier Station. Sie haben keine Einiicht, wenn wir ihnen lagen, daß wir kein Brot entbehren können. Hungrige Soldaten aber verhandeln nicht lange. Sie mühen eilen, und wenn es unler letztes Brot ilt Ueber 90% der Bevölkerung hat die Krankhei

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[Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921. Дневник меннонита Дитриха Неуфельда, описывающий трагедию колонии Чортитца во время правления Махно в 1919-1920 гг. Автор документирует насилие, грабежи и убийства, направленные пр] Ein Tagebuch aus dem Reiche des TOTENTANZES Selbltverlag des Verfahers Dietrich Neufeld, Emden Alle Rechte Vorbehalten 19 21 Druckerei M. Wilkens, Emden V DK 5 Og .2 l ! 37 J*- ' hi- * . ** i'* <*- 'S" Vorwort. Ich ruf es in die Welt hinaus, Und mag es laut und schrill ertцnen, Und tuts den zarten Ohren weh Ich kann dem Drang nicht wehren! Des Herzens Not verlangt Gehцr, Die Welt, sie muss es hцren! Denn unsrer Seelen Not ist schwer; Es muss der Schrei die Lцsung bringen ! Es ist notwendig, daЯ die Welt erfahre, wie es in jenem, gleichiam ve…