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Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921

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t durchgemacht. Das große Sterben hat nachgelallen. Wir Ueberlebenden müllen uns wieder mit dem Leben befreunden, wiewohl es uns lehr unfreundlich entgegen¬ kommt. In der Umgebung greift die Krankheit immer weiter um lieh. Die Anlteckung ilt bei den äußerlt Ichlechten hygienilchen Verhältnillen groß. Es fehlt ihnen nicht nur an Medizin und Vorbeugungsmitteln, es mangelt vor allem an Bett- und Leibwälche, Europa, Völker der Welt, wir rufen um Hilfe ! Aber unler Ruf verhallt ungehört. Wie wir keine Nachricht, keine Zeitung aus einem Bereiche, der über unieren Gelichtskreis hinausgeht, erhalten, genau lo wenig erfährt man dort von uns. Man weiß nichts von unlerem Elend, von unlerer Not! * * * 75 Am 19. Februar. Eine Freudennachricht! Uns wird Hilfe gebracht! Die Deutfchen aus dem Nachbargouvernement fenden Hilfe. Die Nachricht habe ich mir glaubhaft betätigen Iahen. Hilfe kommt! * * * Am 21. Februar. ✓ Die deutfchen Gemeinden aus Taurien haben einen Transport Mehl und Schmalz gefandt. Allerdings ift nur die Hälfte von allem hier an¬ gekommen. Die Wagen find unterwegs angehalten und „befchlagnahmt“ worden. Immerhin ift einiges an¬ gekommen. Und die Spender laffen fich wohl durch ein Mißgefchick nicht abhalten, ihr Werk fortzufetzen; denn was bisher gefchehen ift, iit nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es ift erfreulich, daß jene Koloniften diefes Mal nicht fo fehr gelitten haben, wie wir und daß fie nun in der Lage find, uns etwas abzugeben. Dort find Lebensmittel vorhanden, wenn man fie nur herüber- fchaffen kann ! Jene Koloniften fchicken ganzeLazarettausrüftungen. Es find Krankenpfleger von dort angekommen, die in unferer verfeuchten Gegend Krankenhäufer errichten wollen, um der Ausbreitung der Krankheit entgegen¬ zutreten. Man wili die Erkrankten aus den Häufern herausnehmen und fie einer geeigneten Pflege zuführen. Ja, noch mehr! Sie wollen von ihrem fpärlichen Vorrat an Leib- und Bettwäfche uns zuteilen. Die Not weckt die Bruderliebe gleicher Stammes¬ genoffen. Auch jene haben eine Leidensgefchichte hinter fich, die der unferigen nahekommt. Der auf¬ richtige Wunfch, Opfer zu bringen, lindert unfere moralifche Not; er hilft unferem Hoffen auf. Ohne vorangegangene große Leiden wären diefe eigennützig veranlagten Koloniften zu fo großen Opfern nicht willig geworden. Das ift die gute Seite unferer Schreckenszeit. * * * 76 Am 28. Februar. Wäfche aus Taurien ! Kindlich freuen [ich große Menfchen, die lonft Wäfcheichränke voll Wäfche hatten, über ein Hemd, auch wenn es gebraucht und geflickt ift. Wenn man in Wefteuropa wüßte, wie wi

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[Ein Tagebuch aus dem Reiche des Totentanzes, Dietrich Neufeld, 1921. Дневник меннонита Дитриха Неуфельда, описывающий трагедию колонии Чортитца во время правления Махно в 1919-1920 гг. Автор документирует насилие, грабежи и убийства, направленные пр] Ein Tagebuch aus dem Reiche des TOTENTANZES Selbltverlag des Verfahers Dietrich Neufeld, Emden Alle Rechte Vorbehalten 19 21 Druckerei M. Wilkens, Emden V DK 5 Og .2 l ! 37 J*- ' hi- * . ** i'* <*- 'S" Vorwort. Ich ruf es in die Welt hinaus, Und mag es laut und schrill ertцnen, Und tuts den zarten Ohren weh Ich kann dem Drang nicht wehren! Des Herzens Not verlangt Gehцr, Die Welt, sie muss es hцren! Denn unsrer Seelen Not ist schwer; Es muss der Schrei die Lцsung bringen ! Es ist notwendig, daЯ die Welt erfahre, wie es in jenem, gleichiam ve…